Wohnhaus
Nießenstraße 30 · Kalk
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4224 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Nießenstraße 30, 51103 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.07.1987 |
| Stadtteil | Kalk |
Das um 1900 errichtete Wohnhaus weist mit 4 Geschossen und 4 Achsen den in Mülheim und Kalk weit vertretenen Fassadentypus des gründerzeitlichen Mietshauses auf. Der Stuckdekor beschränkt sich weitgehend auf die im barocken Stil übergiebelten Fenster, nimmt jedoch nach oben hin deutlich ab. Das Erdgeschoß ist horizontal gequadert, zwischen dem Hauptgesims und dem Brüstungsgesims des 1. Obergeschosses sind die Brüstungen mit Rankenwerk dekoriert. Die (erneuerten) Fenster sind gleichmäßig gereiht, die übrige Fassade glatt verputzt. Ein reicheres, konsolgeschmücktes Kranzgesims schließt die Fassade zum Dach hin ab, wo drei originale Dachgauben angeordnet sind. Fenster und Haustüre wurden erneuert. Im Innern stammen der Terrazzoboden des Eingangs sowie die Holztreppe mit Holzgeländer aus der Erbauungszeit, während die Wände neu plattiert wurden.
Der Industrievorort Kalk entwickelte sich explosionsartig in der zweiten Hälfte des 19. Jarhhunderts von einer Ansammlung von 3 Höfen mit Wallfahrtskapelle zu einer dicht besiedelten Arbeiterstadt mit zahlreichen Fabriken. Von diesen sind als bedeutendste noch heute die chemische Fabrik Kalk und Klökkner Humboldt Deutz (Firma Liesegang) tätig. Außerhalb des Befestigungsrayons von Deutz entstanden die Straßen teilweise im Ausbau der alten Flurwege, teilweise als neue Trassierung auf den Feldern der Bauern. Die Nießenstraße ist eine neu trassierte Wohnstraße ausgehend von der Pfarrkirche St. Josef.
Städtebaulich ist das Objekt ein Teil des auf der Ostseite der Straße relativ gleichzeitig erbauten Ensembles von Mietshäusern von Nr. 26 bis Nr. 42, während die Westseite der Nießenstraße offensichtlich durchgängig erst in den 50er Jahren dieses Jahrhunderts mit Wohnbauten erschlossen wurde. Das Gebäude ist ein typisches Beispiel der Kalker Mietshausbebaung der Jahrhundertwende.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0