Wohnhaus

Elsa-Brändström-Straße 6 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4244
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Elsa-Brändström-Straße 6, 50668 Köln
Baujahrum 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 05.08.1987
Stadtteil Neustadt/Nord

Das Gebäude wurde um 1910 als 2-geschossige Villa mit in Werkstein gegliederten Putzfassaden, Balkonen, Erker, Walmdach und einer räumlich differenzierten Gartenanlage errichtet.

Die individuelle, architektonische Prägung des Hauses Elsa-Brändström-Str. 6 geht neben den o. g. Merkmalen aus von einem gedrungenem, rechteckförmigem Umriß, einem umlaufenden breiten Kranzgesims, einem umlaufenden Gurtgesims am 1. OG und leichten Fenstergewänden. Durch hinzutretende Sonderformen der Fledermausgaußen, Schlußsteinausbildungen und Fensterüberdachungen in Rundformen der Balkone und Erker entstehen formale Gegensätze, die jeder Seite des Hauses ihr eigenes Gesicht geben. Die feingliedrige Aufteilung der Fensterflächen, der schmiedeeisernen Balkongitter und der Eindeckung der Dächer steht im wirkungsvollen Gegensatz zu den geputzten, ebenen Wandflächen.

Dieses architektonische Prinzip setzt sich infolge richtig in das Innere des Hauses fort. In der Formgebung der Parkett- und Fliesenböden, des Holzwerkes der Treppe, der Türen, der Wandbekleidungen und im Deckenstuck.

Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung Kölns nach der Stadtplanung von Henrici und Stübben ausgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung über kommender Stadtstrukturen neue städtische Bereiche geschaffen, die durch städtebauliche Bezüge miteinander verbunden wurden.

In der städtebaulich reichen Vielfalt dieses Planungsgebieets, in dem jedes Gebäude bewußter Bestandteil einer bestimmten, räumlichen Ordnung ist, wurde unter anderem zwischen der Riehler Straße und dem Rheinufer ein parkähnlicher Stadtteil mit der Elsa-Brändström-Straße für Villenbebauung angelegt. Die Absicht der städtischen Durchgrünung verbindet sich auf den Grundstücken mit der Gestaltung räumlich abwechslungsreicher Gärten als Element zwischen den Baumbeständen der öffentlichen Straßenräume und der Villenbebauung. Die architektonisch individuellen Bauformen öffnen sich nach allen Seiten mit Erkern, Balkonen, Terrassen und Treppenanlagen.

Die meisten dieser Villen sind noch in jüngster Zeit Großbauten zum Opfer gefallen. Der ursprüngliche Bebauungscharakter wird nur noch durch wenige, aber in zusammenhängenden real befindlichen Häusern eindrucksvoll dokumentiert, wie hier durch die Gebäudegruppe Elsa-Brändström-Str. 2 - 4, 6 und 8.

Die vorliegende Beschreibung zeigt die Bedeutung des Gebäudes Elsa-Brändström-Str. 6 im Sinne des Denkmalschutzgesetztes auf. Insbesondere durch seine städtebauliche Einbindung, seinen künstlerischen und wissenschaftlichen Wert und mit der Geschichte des Kölner Bürgers in Bezug zu seiner Stadt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0