ehem. Jugendherberge

Elsa-Brändström-Straße 9 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2811
Typ Gebäude-Denkmal
Bezeichnungehem. Jugendherberge
Adresse Elsa-Brändström-Straße 9, 50668 Köln
Baujahrum 1940
Eigentumstädtisches / öffentliches Eigentum
Eingetragen seit 07.03.1985
Stadtteil Neustadt/Nord

Um 1940 als Bunker erbaut, 1950/51 von Theodor Teichen zur Weltjugendherberge umgebaut, heute Wohnhaus. 2geschossiger Stahlbetonbau auf rechteckigem Grundriß mit Atrium im OG und vorgesetztem Treppenhaustrakt in Stahlbetonskelett-Bauweise (verglaste Zwischenfelder verändert); allseitig auskragendes, den Vorbau einbeziehendes Flachdach; unregelmäßig gesetzte horizontale Fensterbänder im 1. OG. Im Innern original erhalten: Terrazzoboden und halbgewendelte Stahlbetontreppe mit einfachem Stabgeländer im Treppenhaustrakt. Bestandteil des Denkmals ist auch der 1geschossige ehemalige Nebenbunker (heute Atelier). Nicht zum Denkmal gehören die 1geschossigen Flachbauten (Garagen) sowie der Einfriedungszaun mit dem Tor.

Das Gebäude Elsa-Brändström-Straße 9, in unmittelbarer Nähe zum Konrad-Adenauer-Ufer gelegen, erhält seine besondere historische Bedeutung als ehemalige "Weltjugendherberge". Gleichzeitig gilt die ehemalige Jugendherberge als einer der ersten großen Wiederaufbauten der Nachkriegszeit in Köln. Errichtet wurde sie vom städtischen Hochbauamt (Leitung Theodor Teichen) unter Mitbenutzung eines vorhandenen Hochbunkers. In architektonischer Hinsicht ist das Gebäude ein typisches Zeugnis einer Zeit, die mit einfachsten Mitteln arbeiten mußte. Dennoch besitzt dieser Bau, gerade in der transparenten Vorhalle, eine außerordentliche gestalterische Qualität. Die Bedeutung dieses Hauses ist aber nicht in der Architektur alleine begründet, sondern ist auch in der Tatsache zu sehen, daß es sich hier um einen Bau der "VÖLKERVERSÖHNUNG" handelt. Er kam aufgrund einer deutsch-amerikanischen Versöhnung zustande (eine ähnliche Bedeutung wie die Kongreßhalle in Berlin). Besonders wegen seiner historischen Bedeutung als erste internationale Begegnungsstätte der Jugend nach dem Zweiten Weltkrieg wird das Gebäude zu einem unverzichtbaren Dokument, welches auch zum Verständnis der Architektur der 50er Jahre mit ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen beiträgt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0