Wohnhaus
Elsa-Brändström-Straße 8 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4570 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Elsa-Brändström-Straße 8, 50668 Köln |
| Baujahr | 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.04.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Die Villa wurde 1910 erstellt. Baukünstlerisch bezeugt das 2-geschossige Wohn- und Verwaltungshaus mit einem voll ausgebauten Giebelgeschoß durch seine Grundrißteilung, architektonische Ausrüstung und Beschmückung die Spätphase des Kölner Historismus. Der markante Mittelrisalit mit drei Fensterachsen, zusammengereiht durch drei kannelierte Säulenschäfte und dem geschwungenen Balkonaufbau der Vorderfront und den vier ionischen Säulen der Terrasse im Gartentrakt der Hinterseite bestimmen das klassizistische Vokabular, verteilt an allen Seiten des Gartenhauses. Die figürlichen Rundmedaillons mit antiken Putten an der Schauseite verwandeln sich in der Gartenfront zu reinen Bauornamenten, ebenso das Balkon- und Pilastermotiv der Fassade und andere klassizistische Bauzitate.
Das ebenfalls mit ionischen Säulen geschmückte Portal des Seiteneinganges führt zum Marmorvestibül, wobei die Steinstufen im oberen Bereich des Treppenhauses in die herrschaftliche Holztreppe mit Podesten, Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer übergehen.
Die Halle und das Hauptzimmer des Erdgeschosses ist durch die kassetierten Wände mit Nischen und Rahmenfeldern sowie durch verzierte Stuckleisten und Stuckdekor an der Decke gekennzeichnet. Die Holzverkleidungen der Wände und andere stilistische Vorschläge bei der letzten Hausrenovierung respektieren den Erstbebauungszustand aus der Gründerzeit.
Ortsgeschichtlich dokumentiert das o. g. Objekt die Bebauung der zum nördlichen Neustädter Villenviertel gehörenden Elsa-Brändström-Straße in den Jahren um 1910. Industrialisierung und Zunahme der Bevölkerungsdichte veranlaßten die Ausdehnung von Köln über die mittelalterlichen Stadtmauern. Die nach Plänen des Stadtbaumeisters J. Stübben 1881 begonnene Neustadt gilt als die bedeutendste Stadterweiterung dieser Zeit im Rheinland. Der nördliche Abschnitt entlang der Riehler Straße zum Rhein hin wurde als Villenviertel ausgewiesen; dessen Ausbau verzögerte sich jedoch aus verschiedenen Gründen. Erst nach 1906 wurden die Baubestimmungen gelockert und in zunehmendem Maße die Errichtung von einfunktionellen Verwaltungsgebäuden zugelassen. In dieser Zeit war die Wohnsiedlungs-Achse Neußer Wall bis zum Rhein verlängert worden und in unmittelbarer Nähe des Rheinufers entstanden im Grünen viele bemerkenswerte Villen.
Städtebaulich fügt sich das beschriebene Gartenhaus ensembleartig in die Hausreihe ein, angeführt von der monumentalen Stadtvilla Nr. 2 - 4 des Architekten Hermann von Berg (heute: Rotes Kreuz) und weitergeleitet durch das in ähnlicher Weise gestaltete 2-geschossige Nachbarhaus Nr. 6 (heute: Osteuropäisches Kultur- und Bildungszentrum). Die gegenüber des Villen-Ambiente noch erhaltenen Grünflächen ergänzen die wirkungsvolle Besiedlung der zum Rhein führenden repräsentativen Wohnachse am Rande der Neustadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0