Wohnhaus
Berliner Straße 122 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4254 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Berliner Straße 122, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1870 bis 1880 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.08.1987 |
| Stadtteil | Mülheim |
Das um 1870/80 errichtete dreigeschossige Mietwohnhaus besitzt eine Stuckfassade von 3 Achsen, die der Blütezeit des Historismus zuzuordnen ist. Die Dekorationselemente - Gesimse, Fensterumrahmungen und Brüstungsdekor - wurden durchaus eingenständig verwendet, wobei der typische Kanon, Rustizierung im Erdgeschoß, achsiale Gliederung und leichte Betonung des 1. OG, der Belétage, genau eingehalten wurde. Über dem jetzigen Dachgesims sind 2 originale Dachgauben sichtbar. Die Haustür ist original, die Fenster wurden erneuert.
Das Innere war nicht zugänglich da das Objekt derzeit (Anfang 1988) unbewohnt ist. Es ist davon auszugehen, daß eine Holztreppe mit Balustergeländer, ein originaler Boden im Hauseingang von bunten Fliesen sowie originale Türen und Türgewände vorhanden sind.
Das Haus Berliner Str. 122 ist bedeutend für die Geschichte des Stadtteils Mülheim, der 1914 in die Stadt Köln eingemeindet wurde. Die ehemalige Kreishauptstadt des nordöstlich Kölns gelegenen Landkreises wurde bereits 1098 urkundlich erwähnt und stieg unter den Bergischen Grafen bald zu einer sogenannten "Freiheit" auf. Die weitere Entwicklung, insbesondere die Umwallung, wurde von der freien Reichsstadt Köln gewaltsam verhindert. Mülheim gewann erst im 18. Jahrhundert aufgrund der freieren Religionsausübung im Bergischen einige Bedeutung, als die Seidenfabrikation unter der Familie Andreas sich entwickelte. Im 19. Jahrhundert siedelten sich, gefördert durch den Bau von Eisenbahnen und Straßen, bedeutende Industrieunternehmen auf dem Stadtgebiet an, so daß das kleinmaßstäbliche Straßengeviert der Altstadt sich schnell zu weitreichenden gründerzeitlichen Vorstadtbereichen ausdehnte. Die Berliner Straße ist ein ursprünglich nach Dünnwald laufender Feldweg der durch den Bau der Eisenbahnstrecke nach Wuppertal im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts befestigt und bebaut wurde.
Das 3-geschossige Objekt stammt aus dem Ende der ersten Periode der Bebauung der Berliner Straße, die durch die Häuser Nr. 108 bis 114 dokumentiert wird. Der relativ reiche Stuck ordnet die Fassade in den Beginn der Hochzeit des Historismus ein, die in dem etwa 10 Jahre später errichteten Nachbargebäude Nr. 124 seine Ausprägung findet. Als maßstabbildend ist die feingliedrige Fassade für die Berliner Straße bedeutungsvoll.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0