Wohn- u. Geschäftshaus
Berliner Straße 112 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7085 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Berliner Straße 112, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1860 bis 1870 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.03.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1860/70 erbaut; 2 1/2 Geschosse; 4 Achsen; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Klassizismus; EG durch Ladeneinbau verändert; Haustür und Fenster erneuert. Im rückwärtigen Bereich durch Anbau eines Handwerksbetriebes verändert. Im Inneren original erhaltene Holztreppe.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Die Berliner Straße, früher Wermelskirchener Straße, besaß als wichtiger alter Handelsweg in Richtung Dünnwald und das Bergische Land im 19. Jahrhundert als verkehrsreiche Ausfallstraße besondere Bedeutung. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden hier die ersten Häuser, zu denen auch das o. g. Objekt gehört. Das Haus Berliner Str. 112 ist unverzichtbarer, integraler Bestandteil der noch aus dieser frühen Zeit geschlossen erhaltenen Gruppe aus vier Häusern Nr. 108 - 114, für die niedrige Bauweise und schlichte Fassadengestaltung mit sparsamem Stuckdekor in Betonung der Horizontalen charakteristisch sind. Die Häuser vertreten einen noch ländlichen Bautypus, der von Einflüssen städtischer Wohnkultur geprägt ist. Die als Einfamilienhäuser konzipierten, zweieinhalbgeschossigen Drei- bzw. Vierfensterhäuser sind nur noch in sehr wenigen Beispielen in den ehemals ländlichen Gegenden des heutigen Kölner Stadtgebiets erhalten geblieben und sind besonders in dem o. g. gründerzeitlichen Arbeiterviertel Mülheims Dokumente der frühen Bebauung von hohem Seltenheitswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0