Wohnhaus

Am Weidenbach 33 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7853
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Am Weidenbach 33, 50676 Köln
Baujahrum 1895 bis 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.05.1996
Stadtteil Altstadt/Süd

Erbaut um 1895/1900; rechteckiger Grundriß mit rückwärtigem Seitenflügel.

Fassade: 4 Geschosse, ausgebautes Satteldach (Dach mit 4 Gauben nach dem Krieg neu errichtet); 3 Achsen (Eingang rechts; Zugang zum Restaurationsbetrieb links); Putzfassade mit Stuckgliederung in Anlehnung an die Renaissance (EG mit aufgeputzter Quaderstruktur; Obergeschosse mit aufgeputzten Lagerfugen; unterschiedlich gestaltete Fensterverdachungen im 1./2.OG; Horizontalgliederung durch Sohlbankgesimse); Betonung der zwei mittleren Achsen durch leichtes Vorstufen der Fassade; Traufgesims fehlt (Kriegsschaden); Brüstungen 1.OG beschädigt; Fenster und Türen erneuert.

Rückfront: Seitenflügel backsteinsichtig; 2 Achsen; Flachdach; stichbogenförmige Fensteröffnungen (teiweise Einzug gerader Stürze); Fenster in Kunststoff erneuert; Vorderhaus mit erneuerten Balkonen und Rückwänden (nach Kriegsschäden wiederaufgebaut); Fenster und Fenstertüren in Kunststoff erneuert; 3 Gauben; im Winkel beider Bauteile leicht vorgestufter WC-Trakt.

Innen original: hölzerne Treppenanlage bis ins 2.OG (Antrittspfosten, Geländerstäbe, Handlauf, Stufen; Dielen auf den Podesten); Treppenhausfenster (innen liegender Lichtschacht).

Das Haus ist ein baugeschichtliches Zeugnis der Kölner Altstadt, die im 2.Weltkrieg zu über 90 % zerstört wurde. Das Gebäude gehört zum Restbestand der wenigen noch erhaltenen Bauwerke. Im Zeitalter der Industrialisierung erlebte Köln einen wirtschaftlichen Aufschwung. Ein Bevölkerungszuwachs führte zu rascher Bautätigkeit, die sowohl die Gründung der Neustadt als auch die intensive Bebauung der noch bestehenden Freiflächen innerhalb der ehemaligen Stadtgrenzen, bezeichnet durch die mittelalterliche Stadtmauer zur Folge hatte. Diese Bebauung betraf auch das Gebiet Am Weidenbach, das ab 1883 als Straße bis zum Ring erschlossen wurde. Das Haus Nr. 33 dokumentiert, ebenso wie die Nachbarbauten Nr. 35 und 37, und die Häuser Trierer Straße 21 und Pantaleonswall 24 diese Bauphase von etwa 1890 bis 1900.

Hausgrundriß und -ausstattung sowie Wohnungsstruktur (abgeschlossene Wohneinheiten) kennzeichnen es als Mietshaus der mittleren Bevölkerungsschicht (Beamte, Angestellte). Mit seinen drei Fensterachsen und dem rückwärtigen Seitenbau gehört es zum Typ des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses auf L-förmigen Grundriß. Im Baustil äußert sich der Einfluß der als Vorbild dienenden Architektur der Ringstraße, was in abwechslungsreichen Gestaltungselementen der Fassade sichtbar wird. Die strenge Wandgliederung, bedingt durch die Axialität der Fenster, wird aufgelockert durch die kräftigere Profilierung des EG (aufgeputzte Quader) und die in jedem Geschoß anders geformte Fensterbekrönung.

Als integraler Bestandteil der Erstbebauung der bis ins späte 19. Jahrhundert in weiten Teilen offen gelassenen Freiflächen innerhalb der Stadtmauer ist das o.g. Objekt ein unverzichtbares bauliches Dokument der innerstädtischen Bebauung und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0