Wohnhaus
Brabanter Straße 17 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4259 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Brabanter Straße 17, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.08.1987 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das um 1898 errichtete Mietstockwerksgebäude besitzt eine Stuckfassade von 4 Geschossen zuüglich eines Souterrains. Die gründerzeitliche Fassade aus der Zeit des späten Historismus zeigt 5 Achsen, wobei die mittlere etwas breiter gehalten ist und in den Obergeschossen durch kleinere Balkone betont wird. Die bei genauerer Untersuchung recht differenziert durchkomponierte Fassade setzt klassizistische Stilmittel ein, wobei vor allem die Giebelverdachungen über den Fenstern des 2. OG zur plastischen Gestaltung beitragen. Kräftige Gesimse über dem 1. und 3. OG bilden horizontale Abschnitte, das letzte Obergeschoß widerum zeichnet sich durch Fenster mit Rundbogenabschluß aus. Der über alle Geschosse laufende horizontale Fugenschnitt ist für die Spätphase dieses Stils charakteristisch. Die Fenster wurden teilweise stilähnlich erneuert. Die Haustüre ist neu. Im Innern hat sich der historische Ausbau in einer erdgeschossigen Holztreppe, die in den Obergeschossen in eine Terrazzotreppe mit Holzgeländer übergeht, erhalten. Diese Situation stammt wohl aus einem Umbau, in der der Eingang mit Differnzstufen entfernt wurde. Die Eingangshalle ist deshalb nicht mehr original. Die Treppenabsätze weisen originalen Fliesenbelag auf.
Das Haus Brabanter Str. 17 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle der alten Mauer- und Wallanlagen errichtet wurden. Die durchweg privaten Mietshäuser wurden durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande nach der Eingliederung in Preußen einsetzte. Die Brabanter Straße ist ein Teil des zum Westen gelegenen sogenannten Belgischen Viertels mit bürgerlicher Mietstockbebauung. Für die Nutzung und Erhaltung sprechen kunsthistorische und städtebauliche Gründe.
Das o. g. Anwesen gehörte zu dem Belgischen Viertel der Neustadt, und das am Hohenzollernring gelegen, mit Mietbauten des gehobenen Bürgertums um die Jahrhundertwende bebaut wurde. Trotz der Zerstörungen des 2. Weltkrieges blieben die Häuser Brabanter Str. 5, 7, 15, 17 und 19 erhalten, so daß das o. g. Objekt ein Dokument der historischen Neustadt und für die Brabanter Straße maßstabbildend ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0