Wohn- u. Geschäftshaus

Maastrichter Straße 17 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4151
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Maastrichter Straße 17, 50672 Köln
Baujahr1885 bis 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.05.1987
Stadtteil Neustadt/Nord

Das Gebäude wurde um 1890 errichtet.

Baukünstlerisch bedeutend ist der viergeschossige Baukörper von 4:5 Achsen aufgrund seiner, in der Struktur einer Kolossalordnung konzipierten, an italienische Renaissancepaläste erinnernden Backsteinbauweise mit wuchtigen Backsteingliederungen. An der Kreuzung Maastrichter/Brabanter Straße weist das Gebäude eine markante Abschrägung mit vorstehendem, konsolgestützen Erker auf rechteckigem Grundriß auf. Durch die reliefartig hervorstehenden Bossen als Betonung der Eckkanten (im Erdgeschoß und 1. Obergeschoß) wird eine gelenkartige Verzahnung zu beiden Fassadenseiten hergestellt, die durch horizontale Gliederungselemente wie Sohlbankgesimse, Bänderung und Traufgesims mit breitem Bogenfries verstärkt in Erscheinung tritt.

Die Motiveinheit der Kantenbossierung wiederholt sich in den etwas hervortretenden Bereichen (Flachrisalite) der 3 Außenachsen Brabanter Straße und einer Außenachse Maastrichter Straße.

Trotz des Variantionsreichtums der Fenster in Größe, Form und Teilung (z. B. Kreuzstockfenster aus Werkstein) folgt die Fassadengestaltung einer optisch strengen Gliederung. Über dem wuchtigen Haussockel erheben sich rundbogige und gerade Fensteröffnungen, die durch alternierende Quaderrahmung mit bogenförmigem Abschluß belebt werden und dessen Schlußsteine konsolenförmig hervortreten. Die rund- und segmentbogigen Fensterrahmungen der übrigen Geschosse werden von übergreifenden Segmentbogenfeldern vereinheitlicht, und rufen in den einzelnen Geschossen, noch unterstützt durch die Motiveinheit des Bogenfrieses, eine arkadenartige Wirkung hervor. Der Mauerverband in den mit diamantiertem Keilstein besetzten Bogenfeldern des 1. Obergeschossses weist eine, in diagonalen Kreuzungen gespannte Netzstruktur auf. Diese findet sich wieder in zwei kleinen Bogenfeldern unmittelbar unter dem auf polygonalem Grundriß errichteten Balkonabschluß des Erkers.

Alle Fensterrahmungen, am Erker als kapitellartige Pfeilervorlagen gestaltet, sowie die Brüstungsfelder des Erkers, weisen geometrische Ornamentik auf. Zwei Chimärenköpfe und eine weibliche Maske sind erhalten.

Trotz des zum Teil veränderten Erdgeschosses und des Fehlens einiger Dekordetails verdeutlichen die Fassaden als konstruktive Teile des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes. Im Innern des Hauses ist an originalen Ausstattungsteilen eine Steintreppe und ein schmiedeeisernes Geländer (ab Podest 1. Obergeschoß) erhalten.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohn- und Geschäftshaus, da es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von J. Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Friesenwall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. Die Maastrichter Straße, Verbindungsstraße zwischen Brüsseler Platz und Hohenzollernring, inmitten des sogenannten "Belgischen Viertels" gelegen, wurde von 1885 - 90 zum größten Teil bebaut für Bewohner mit gehobeneren Wohnansprüchen.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als unverzichtbarer Bestandteil eines zusammenhängenden Gebäudeensembles mit den Häusern Brabanter Straße Nr. 19, 17 und 15. Als einziges erhaltenes Eckhaus repräsentiert das Gebäude das ehemalige, anspruchsvoll geprägte Erscheinungsbild an der Kreuzung Brabanter/Maastrichter Straße.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0