Wohnhaus

Brabanter Straße 19 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7997
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Brabanter Straße 19, 50674 Köln
Baujahrum 1898
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.11.1996
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut um 1898, auf rechteckiger Grundfläche.

Fassade: 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Satteldach, 3 Achsen, Stuckfassade in Formen des Klassizismus, angedeuteter flach hervortretender erkerartiger Vorbau in der Mittelachse, Eingang rechts mit geradem oberen Abschluß, Haustür erneuert (Metall, Oberlicht), Fenster mit geradem oberen Abschluß, alle straßenseitigen Fenster erneuert (Kunststoff, Einscheibenfenster mit Oberlicht, im Erdgeschoß Mittelteilung).

Rückseite: verputzt, Traufgesims, 4 Achsen, Hofzugang mit geradem oberen Abschluß, Hoftür erneuert ( Holz), Fenster mit segmentbogigem oberen Abschluß, alle rückseitigen Fenster erneuert (Kunststoff, Einscheibenfenster mit Oberlicht).

Im Inneren: Vestibül: Boden- und Wandfliesen erneuert, Treppenhaus: im Erdgeschoß Bodenfliesen erneuert, im gesamten Treppenhaus Wandfliesen bis halbe Höhe erneuert, originale Holztreppe (Stufen belegt), Antrittspfosten, Stäbe (in den Obergeschossen z.T. erneuert), Handlauf, Podeste mit Holzdielenboden (PVC-Belag), alle Treppenhausfenster erneuert (Kunststoff, Einscheibenfenster), alle Wohnungseingangstüren erneuert.

In den Wohnungen: Holzdielenböden unter Belag (PVC und Teppichboden), alle Türen und Gewände erneuert (im 3. Obergeschoß eine originale Tür).

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Im Zuge ihrer 1881 beginnenden Durchführung entstand westlich der Ringe zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel, dessen Stadtorganismus geprägt ist von vornehmen, meist mit reicher Fassadengliederung versehenen Mietshäusern. Die Brabanter Straße, die im wesentlichen in den Jahren um die Jahrhundertwende bebaut wurde (Blockraster mit parzellärer Bebauung) liegt wie auch die angrenzenden Parallelstraßen Genter-/Maastrichter-/Antwerpener- und Lütticher Straße im Geviert zwischen den Hauptverkehrsachsen Aachener- und Venloer Straße, östlich der baumbestandenen Allee Moltkestraße, im Westen begrenzt durch die Bahnlinie und den Grüngürtel und im Osten parallel zum Hohenzollernring. Das Mietwohngebäude, die quantitativ gesehen wichtigste neue Bauaufgabe der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist Bestandteil des Bauensembles der Neustadt mit vorwiegend vier- bis viereinhalbgeschossigen Häusern mit z.T. weit in den Blockinnenbereich ragenden Seitenflügeln und z.T. Hinterhäusern der Zeit des Historismus und des Jugendstils. Mit weiteren anschließenden Wohnhäusern im Kreuzungsbereich zur Maastrichter Straße (Nrn. 15/17 und 21) bildet es eine Reihe reich dekorierter Schauseiten in Stuck. Trotz mancher Verluste an historischer Substanz zeigt sich ein für die Zeit um die Jahrhundertwende charakteristisches - historistisch-variantenreiches Erscheinungsbild der Fassaden viergeschossiger, auf mittelständische Kreise zugeschnittener Mietwohnbauten (gegenüber gelegen sechs- bis siebengeschossiger Nachkriegsneubau). Das Gebäude Nr. 19 ist prägender Teil dieses Zusammenhangs: es zeigt sich als anspruchsvolle Variante des städtischen Wohngebäudes und verweist mit seiner breiten, individuell in klassizistischen Formen dekorierten Schauseite auf den Sozialstatus seiner Bewohner. Aufgrund der weitgehenden Erhaltung der Originalfassade, der rückwärtigen Fassade und der originalen Treppe mit reich verziertem Antrittspfosten ist das Bauwerk für die Architektur der nördlichen Neustadt und als Dokument der Repräsentationsbestrebungen um die Jahrhundertwende von hoher Bedeutung (Schmuckformen: Erdgeschoß mit Bossenquaderimitation, im Hochparterre Horizontalfugenschnitt, Mittelbetonung, reiche, plastisch vortretende Verdachungen, Pilasterrahmung in der Mittelachse, Geschoßgesimse mit Rosettenfries, an den Öffnungen gekröpft, profiliertes Traufgesims). Die Häuserzeile der Brabanter Straße setzt sich aus gestalterisch aufeinander bezogene Fassaden zusammen und bildet mit gleich proportionierten und variantenreich dekorierten Gebäuden ein Ensemble historistischer Architektur. Das Gebäude Nr. 19 ist für das Erscheinungsbild der Neustadt und als Zeugnis für die reiche städtisch geprägte Architektur der Jahrhundertwende ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0