ehem. Kloster
Brüsseler Straße 26 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4641 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | ehem. Kloster |
| Adresse | Brüsseler Straße 26, 50674 Köln |
| Baujahr | 1893 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.06.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das ehemalige Kloster der Barmherzigen Brüder ist 1893 inschriftlich datiert. Baugeschichtlich bedeutend ist das 9-achsige, 4-geschossige Gebäude aus Natursteinquadern mit rückwärtigem kleinen Sakralbau als Beispiel einer strengen Gliederungsprinzipien gehorchenden, auf monumentale Wirkung bedachten Bauauffassung mit ehemals neogotischen Stilelementen. Während die untere Hälfte der Fassade durch ausladende Gurtgesimse horizontal gegliedert ist (wobei hier die leider entfernte Stadtfigur mit Baldachin, ganz abgesehen von ihrer inhaltlichen Bedeutung, ein ausgleichendes vertikales Kompositionselement darstellte), wird die obere Hälfte der Fassade durch - je zwei Fensteröffnungen und zwei Stockwerke zusammenfassende - Lisenen vertikal gegliedert und durch ein Konsoltraufgesims abgeschlossen.
Bis auf den linksseitigen risalitartigen Mauervorbau mit Giebelaufsatz und einer Toreinfahrt mit gleichseitigem Spitzbogen (ursprünglich mit gotischem Maßwerk besetzt) ist das regelmäßige Gliederungsprinzip der segmentbogigen Fenster eingehalten. Zwischen dem 3. und 4. Obergeschoß deuten Mauerwerkanker (in Zahlenform = Erbauungszeit) auf eine Balkenkonstruktion hin.
Im Erdgeschoß sind die Fenster hochrechteckig und mit einem Kämpfer aus Werkstein unterteilt. Die rückwärtige Fassade ist in Backstein ausgeführt, wie auch der kleine, ehemals als Kapelle dienende Sakralbau und eine das Grundstück begrenzende Mauer.
Insgesamt verdeutlichen die Fassaden als konstruktive Teile des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.
Im Innern des Gebäudes ist an originalen Ausstattungsteilen eine Steintreppe (verkleidet) mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf erhalten.
In seiner Erscheinung dokumentiert es die Erstbebauung der zum "Westend" gehörenden Brüsseler Straße. Dieses Viertel entstand als gutbürgerliche Wohngegend im Zuge der Stadterweiterung 1881 nach Plänen von Josef Stübben. Die Kölner Neustadt gilt als die bedeutendste Stadtgründung des 19. Jahrhunderts im Rheinland. Die Bebauung der Brüsseler Straße setzte nach Festlegung des Fluchtlinienplanes 1885 in den Jahren 1893 - 95 ein.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit dem Haus Nr. 24 sowie den gegenüberliegenden Gebäuden Nr. 23, 25 und 33, das das ehemalige Erscheinungsbild der Straße in diesem Teilbereich anschaulich bewahrt und rekonstruierbar macht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0