Wohnhaus

Hansaring 15 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4386
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hansaring 15, 50670 Köln
Baujahr1888
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.12.1987
Stadtteil Neustadt/Nord

Das 1888 erbaute dreiachsige Wohn- und Geschäftsgebäude besitzt eine relativ hohe Stuckfassade von drei OGs, Hochparterre und Souterrain. Der herrschaftliche Bau an der Ringstraße zeigt den aufwendigen Dekor des späten Historismus, wobei eine vorsichtige Rekonstruktion Anfang der 80er Jahre weitgehend den originalen Zustand - zumindest in der Fassade - weiderherstellte. Während die unteren beiden Geschosse stark rustiziert sind, ist die Fassade der drei Obergeschosse in die doppelte Fensterachse und einen breitfenstrigen Erker im 1. und 2. OG bis auf die Pfeiler aufgelöst, die auf kräftigen horizontal gliedernden Brüstungsgesimsen stehen. Das oberste Geschoß schließt mit einer Folge von Rundbogenfenstern gegen die breite Atika ab, über der ein später ausgebautes Dachgeschoß sichtbar ist. Die Fenster wurden nach dem Original erneuert.

Die hohe, nach dem Original erneuerte Eingangstür führt in die repräsentative Halle, von der Differenzstufen aus Marmor bis zum Hochparterre aufsteigen. Hier wieder setzt die originale Holztreppe mit Holzgeländer in die Obergeschosse an. An den Wänden und der Decke wurde die aufwendige Stuckverzierung restauriert, die Türen sind dem Original ähnlich erneuert worden. Die Obergeschosse wurden als Büroräume modernisiert.

Das Haus Hansaring 15 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle der alten Mauer- und Wallanlagen errichtet wurde. Die sich halbkreisförmig um die "Altstadt" ziehende Bauzone ist absichtlich in Wohnwert und städtebaulichem Standart stark differenziert und wird durch die sog. "Ringe" verbunden. Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten wie Kirchen, Opernhaus und Plätze unterstrichen; auch die Lage am Volksgarten einerseits oder am Bahnhof andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Bebauung. Die durchweg privaten Mietshäuser wurden durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande nach der preußischen Besetzung einsetzte.

Der Hansaring ist ein mehr nördlich gelegener Teil der Ringanlage, der um 1888 mit noch durchaus repräsentativen Häusern bebaut wurde. Für die Nutzung und Erhaltung des Objektes sprechen kunsthistorische und städtebauliche Gründe.

Städtebaulich stellt das von einer Versicherung zum Bürohaus umgebaute ehemalige Mietshaus einen unverzichtbaren Rest der originalen Bebauung des Hansaringes dar, deren großbürgerliche Fassaden heute leider bis auf wenige, hier Nr. 3, 11, 15 und 33 verloren gingen. Die Bauwerke sind noch heute als maßstabbildend anzusehen und sind für die Erstbebauung des Ringes charakteristisch, so daß das Objekt für Köln unverzichtbar ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0