Wohnhaus
Hansaring 11 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6851 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Hansaring 11, 50670 Köln |
| Baujahr | 1888 |
| Architekt / Planung | G. Eberlein |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.06.1993 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut 1888 von Architekt G. Eberlein; 4 Geschosse, Sockelgeschoß und später ausgebautes Dachgeschoß mit 3 neuen Gauben; 3 Achsen; polychrome Werksteinfassade (Tuffstein mit dunklen Basaltlavastreifen) mit Gliederungen in Stilformen der Ital. Renaissance, im 3. OG 2 rundbogige Nischenfelder mit großfigurigen Sgraffitoarbeiten; zierlicher polygonaler Erker (ehem. mit Schiefer gedeckt) in der Mittelachse (1. OG); vorkragendes, reich bearbeitetes Kranzgesims; Fenster und Haustür entsprechend dem historischen Vorbild erneuert.
(Das Gebäude wurde in den Neubaukomplex mit einbezogen. Die Grenzen zwischen Alt- und Neubau sind fließend.)
Im Inneren denkmalpflegerisch relevant: im Vestibül Marmorboden, -treppen und Wandverkleidung; reicher Wand- und Deckenstuck; im Erdgeschoß und im 1. Obergeschoß aufwendige Stuckdecken.
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Sie legt sich, den alten Wallstraßen folgend, halbkreisförmig um die Altstadt. Als ihr Kernstück wurde die Ringstraße, ein baumbestandener und mit öffentlichen Grünflächen versehener "Prachtboulevard" angelegt, bestehend aus 10 Teilstücken von unterschiedlicher Breite und Gestaltung. Hier entstand das repräsentative Wohnviertel der Neustadt, bebaut mit Villen und hochherrschaftlichen Mietshäusern mit großen abgeschlossenen Etagenwohnungen. Der Hansaring - Teilstück der Ringstraße vom Kaiser-Wilhelm-Ring zum heutigen Ebertplatz und ursprünglich mit 3 Reihen Platanen, die einen Fußweg und einen Reitweg einschlossen, versehen - wurde im wesentlichen von 1887-1890 bebaut. O. g. Gebäude gehört zu den wenigen Zeugnissen der Erstbebauung, die sich im Teilabschnitt zwischen Hermann-Becker- und Erftstraße erhalten haben. Der Entwurf geht auf den Architekten Georg Eberlein (1858-1918) zurück; dieser hatte sich als Architekt von Privatbauten im Bereich des Ringes einen Namen gemacht. Aus baukünstlerischer Sicht besonders bedeutsam ist das Mietstockwerkhaus wegen seiner aufwendigen und reich dekorierten Werksteinfassade aus Tuffstein und dunklen Basaltstreifen. Ein zierlicher Erker, ehemals mit Naturschiefer eingedeckt, schmückt das 1. Obergeschoß. Das oberste Geschoß, dessen Rundbogenreihe die formale Abhängigkeit vom ehemaligen Drempelgeschoß erkennen läßt, ist in zwei rundbogigen Nischenfeldern mit großfigurigen Sgraffitoarbeiten geschmückt.
Auch wenn das ehem. Wohnhaus unter Verlust der Rückfront und des Treppenhauses in den Neubaukomplex der Allianz-Versicherung einbezogen wurde, gibt es noch heute Aufschluß über die hohen Ansprüche seiner einstigen Bewohner, belegt Vielfalt und Gestaltungsreichtum der hochherrschaftlichen Gründerzeitarchitektur - hier im Stil der Italienischen Renaissance - am Kölner Ring. Aus diesen Gründen, aber auch als Beispiel für die Handschrift des renommierten Architekten Georg Eberlein wird das o. g. Gebäude zum unverzichtbaren Objekt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0