Wohnhaus
Rolandstraße 4 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4392 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Rolandstraße 4, 50677 Köln |
| Baujahr | 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.12.1987 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Wohnhaus wurde 1900 errichtet. Baugeschichtlich ist das 4-geschossige, durch Souterrain und Dachgeschoß erweiterte, in drei Achsen angelegte Wohnhaus ein Beleg des Umbruchs von der historisierenden Neostilistik des ausgehenden 19. Jhs. zur neuen Auffassung des Wohnbaus. Die Fassade spart nicht mit prachtvollem Dekor. Der groß angelegte Rhythmus der offenen Arkaden im EG schließt sich er Ornamentik des Nachbarhauses an. Während die Betonung der Mittelachse mit zweistöckigem Erker und Balkon an den Spätklassizismus erinnert, berufen sich die engen Fensterverdachungen und das geometrische Friesenornament unter dem Kranzgesims sowie besonders die Gestaltung des Hausinnern an die Neogotik, wobei einzelne Schmuckelemente (so z. B. die Benutzung von figurativen Andeutungen zur Betonung der Mittelzone, das Vestibul u. a.) sich um eine originale Lösung der neuen Bauaufgaben bemühen.
Die einmalige Mischung von Neogotik und Jugendstil kommt vor allem im Innern zum Ausdruck. Die Eingangszone mit Farbeinlagen für das Oberlicht deutet eine Vorliebe für rhythmische Farbgestaltung an. Die schwungvollen Muster ziehen sich von den Farbkacheln des Mezzanins durch ornamentierte Geländer der Holztreppe nach oben, wo sie dann in dem Wohnungsbereich durch viele schöne Gestaltungsdetails angereichert sind. In der Hochparterre-Wohnung sind an der Decke noch Stuckverzierungen erhalten.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt der zwischen 1881 und 1910 durchgeführten einmaligen Erweiterung der Wohngebiete Kölns, die in der zweiten Welle dann auch das Gebiet der heutigen Südstadt erfaßte. Der sog. Bonner Platz, der die überragende räumliche Wirkung des Chlodwigplatzes nachklingen läßt, erschließt die Umgebung der südlichen Neustadt sternförmig in sechs Richtungen. Während die zum Chlodwigplatz und Severinstor führenden Queradern dem Geschäfts- und Gesellschaftsleben gewidmet sind, kann man die mit dem Stadtkern des Severinstores parallel angelegten Straßenachsen vorwiegend als Wohngebiete für Bürger mit mittleren oder höheren Ansprüchen bezeichnen.
Von seiner städtebaulichen Bedeutung bildet das o. g. Objekt eine Spiegelbilderweiterung des rechts liegenden Nachbarhauses, wobei die Sichtkonfrontation mit dem ganzen, sich von der Bonner Straße aus ziehenden Straßenensemble, ein anschauliches und aussagekräftiges Erscheinungsbild des Urbanismus um die Jahrhundertwende vermittelt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0