Wohnhaus

Ohmstraße 8 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6601
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Ohmstraße 8, 50677 Köln
Baujahr1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.08.1992
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut 1900 (inschr. dat.); 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Ziergiebel in der rechten Achse sowie 2 neueren Gauben, 2geschossiger Erker auf trapezförmigem Grundriß mit aufgesetztem Balkon in der rechten Achse (am oberen Abschluß teilweise verändert, Balkon mit neuerem Brüstungsgitter), Stuck- und Klinkerfassade mit Gliederungen vorwiegend in Anklängen an die Neurenaissance, Maueranker; Fenster weitgehend verändert, Balkon- und Haustür größtenteils original.

Die von J. H. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand in der südlichen Neustadt westlich der Bonner Straße ein reines Arbeiterviertel mit Mietshäusern von meist schlichterer Fassadengestaltung. Die Ohmstraße wurde ab ca. 1895 an nur einer Seite mit Wohnhäusern bebaut. Ihre andere Seite bildet im nördlichen Teil eine kleine Grünanlage, wohingegen ihr südlicher Teil durch das Wasser- und Elektrizitätswerk am Zugweg begrenzt wird. Das Haus Nr. 8 ist integraler Bestandteil eines im nördlichen Abschnitt der Ohmstraße mit den etwa zeitgleich entstandenen Nachbarhäusern (Nr. 2 und Nr. 4) sowie mit dem Eckhaus zum Zugweg (Zugweg Nr. 5) gebildeten Ensembles. Ähnlich wie diese Gebäude, weist das o. g. Objekt eine aufwendig gestaltete Stuck- und Klinkerfassade auf. Doch während bei der Nachbarbebauung vorwiegend der Stil der Neugotik aufgegriffen wird, hebt sich das o. g. Gebäude durch eine Gestaltung auch mit Stilelementen der Neurenaissance besonders hervor. So erfolgt bei den Fenstern im 3. Obergeschoß eine Verdachung mit Dreiecksgiebeln. Durch den Erker, der durch die Abhänglinge und ehemals auch durch die Balkonbrüstung darüber hinaus auch Elemente der Neugotik aufnimmt, wird die Fassade stark in der Vertikale betont. Verstärkt wird dieser vertikale Akzent durch den ebenfalls in der echten Achse befindlichen Ziergiebel. Das o. g. Objekt wird somit, auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble, zum unverzichtbaren Dokument, das den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels bewahrt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0