Wohnhaus
Rolandstraße 2 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4734 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Rolandstraße 2, 50677 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.11.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Erbaut um 1900, 4 Geschosse, 3 Achsen, Souterrain, Erker und Balkon, horizontale und vertikale Gliederungen, Löwenmasken in der Traufenzone, Quaderbetonung des Sockels, Portalbetonung mit Occulus, Stilverbindungen aus der Gotik, der Spätrenaissance und dem Jugendstil, zwei erhaltene Fenstergliederungen. Innenausstattung: u. a. im Entrée Marmorfußboden und Treppe, schmiedeeisernes Geländer (Jugendstil), Holztreppe mit gedrechseltem umlaufenden Geländer nebst Antrittspfosten.
Baugeschichtlich bedeutend ist das 4-geschossige, 3-achsige Traufenhaus mit Souterrain, Erker und Balkon als Beispiel einer Bauweise mit Stilverbindungen aus der Gotik, der Spätrenaissance und dem Jugendstil.
Die Fassade wird gegliedert und strukturiert durch aufgekröpfte Gesimse und Quaderputz im unteren Bereich, Fenstersohlbankgesimse mit Löwenkopfmasken als Konsolen sowie ein doppeltes Traufgesims mit Fries und Flamboyant in der Attikazone. Dreieckförmige, vertikal ausgerichtete, ornamentierte Wandvorlagen enden im Traufenbereich in großen Löwenkopfplastiken und geben dem Fassadenabschluß einen besonderen Akzent. Der mittig gesetzte Erker ist abgeschrägt, wobei die Auskragungszone mit einer Art Stichkappen-Wölbung für das darunterliegende Rundbogenfenster komponiert ist. Dieses Fenster ist durch besondere Rippenornamentik ausgezeichnet. Der vorderste Bogen ist profiliert und in das unregelmäßige Quadersystem des ganzen Sockelstockwerks einbezogen. Die drei Maueröffnungen des Erdgeschosses geben in ihrer jeweils verschiedenartigen Gestaltung und Bauzier die Stilvielfalt der Fassade wieder. Das Portal ist mit einem reich verzierten (Maskenstuck, Fries, Bänderung etc.) Occulus bekrönt. Zwei erhaltene Fensterkreuze belegen die ursprüngliche Teilung.
Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes. Im Innern des Hauses ist an originalen Ausstattungsteilen u. a. noch erhalten: Marmorfußboden und Treppe im Entrée, schmiedeeisernes Geländer (Jugendstil), Holztreppe, gedrechseltes umlaufendes Geländer nebst Antrittspfosten.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt ein Zeugnis der zwischen 1881 und 1910 durchgeführten einmaligen Erweiterung der Wohngebiete Kölns, die in der zweiten Welle auch das Gebiet der Südstadt erfaßte. Der sog. Bonner Platz, der die überragende räumliche Wirkung des Chlodwigplatzes nachklingen läßt, erschließt die Umgebung der südlichen Neustadt sternförmig in sechs Richtungen. Während die zum Chlodwigplatz und Severinstor führenden Queradern der Verbindung dem Geschäfts- und Gesellschaftsleben gewidmet sind, sind die mit dem Stadtkern des Severinstores parallel angelegten Straßenachsen vorwiegend als Wohngebiete für Bürger mit mittleren oder höheren Wohnansprüchen bezeichnend. Die breite Lagerung des Straßenraumes der Rolandstraße und die zweiteilige Baumallee auf erhöhtem Mittelstreifen unterstreichen das hohe architektonische Niveau der vier- bis fünfgeschossigen Bauten.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit dem Nachbarhaus Nr. 4, das hier in der Nähe der Straßenmündung zur Bonner Straße den ehemaligen Charakter dieses Teils der Straße bewahrt und rekonstruierbar macht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0