Wohn- u. Geschäftshaus
Bismarckstraße 36 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4417 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Bismarckstraße 36, 50672 Köln |
| Baujahr | 1899 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 25.01.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das 1899 inschriftlich datierte Wohn- und Geschäftshaus besitzt eine Stuckfassade von 4 Geschossen, wobei das EG durch eine souterrainartige Geschäftszone unterteilt wird. Die Stuckfassade bemüht sich mit neogotischem Dekor um einen aufwendigen Gesamteindruck, der vor allem die rechte Seite mit doppelten Fenstern, Scheinerker und einem kleinen Ziergibel im Dachbereich hervorhebt. Die Fenster wurden nach dem Original geändert, auch die Haustüre ist neu. Bemerkenswert ist an der Fassade das ornamentale Zusammenziehen der Geschosse, ein Zeichen für die Auflösung der weitgehend konstruktiv strukturierten Ornementik des Historismus.
Im Innern blieb der anspruchsvolle Ausbau der Gründerzeit ebenfalls weitgehend erhalten. Der Boden der Eingangshalle wie auch die Differenzstufen zum Zwischengeschoß sind in weißem Marmor ausgeführt, Wände und Decke sind stuckiert (Scheingewölbe), eine Terrazzotreppe mit Eisengeländer führt in die Obergeschosse. Im EG wie auch in den Obergeschossen sind noch die originalen Rahmentüren mit aufwendigen Türgewänden festgestellt worden. Das Hinterhaus besitzt eine Backsteinfassade mit gelben Bändern, originalen Fenstern und gut angelegtem Innenhof.
Das Haus Bismarckstr. 36 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle der alten Mauer- und Wallanlagen errichtet wurde. Die sich halbkreisförmig um die "Altstadt" ziehende Bauzone ist absichtlich in Wohnwert und städtebaulichem Standart stark differenziert und wird durch die sog. "Ringe" verbunden. Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten wie Kirchen, Opernhaus und Plätze unterstrichen; auch die Lage am Volksgarten einerseits oder am Bahnhof andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Bebauung. Die Bismarckstraße liegt nahe dem sog. "Belgischen Viertel" im westlichen Teil der Stadt außerhalb der Ringe in der Nähe der Venloer Straße.
Die durchweg privaten Mietshäuser wurden durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande nach der preußischen Besetzung einsetzte.
Städtebaulich ist dieses recht charaktervolle Objekt ein Dokument der Erstbebauung der Bismarckstraße, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Stil des späten Historismus für bürgerliche Mietbauten erschlossen wurde. Zusammen mit den Nrn. 30, 32 und 40 ist das Gebäude im Innern und außen Dokument gründerzeitlichen Bauens und stellt ein bestimmendes Gestaltungselement dieses Stadtraumes dar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0