Wohn- u. Geschäftshaus
Venloer Straße 28 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8112 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Venloer Straße 28, 50672 Köln |
| Baujahr | 1897 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 12.06.1997 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
1897 erbaut (inschriftlich in Fensterbekrönung 1. Geschoß, 2. Achse von rechts: a dom 1897, neu übermalt: A. 1898 D.); Souterrain, 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß (2 Gauben, Spitzboden mit neuerem Dachflächenfenster); Dachdeckung erneuert; 3 Achsen; Betonung der linken Achse durch dreigeschossigen Erker auf dreiseitig vortretendem polygonalen Grundriß mit aufgesetztem Balkon (Brüstungsmauer oberhalb des Kranzgesimses - ehemals mit figürlichen Wasserspeiern an den Ecken - als Drempelzone über den rechten Achsen fortgesetzt); in linker Achse gestufter Dreiecksgiebel mit 3 stichbogigen Öffnungen und 1 runden Fensteröffnung darüber (ehemals schmiedeeiserne Bekrönungen, neuere vorkragende Verdachung vor der Giebelspitze); Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an Renaissance und Gotik, Souterrain verändert (Fliesenbelag); Toröffnung in linker Achse, Tor erneuert; Ladengeschäft mit erneuerter Tür und Fenster in der Mitte; Hauseingang in rechter Achse, Haustür erneuert, Oberlicht in originaler Stuckrahmung oberhalb des EG-Gesimses, Oberlichtfenster erneuert; Fensteröffnungen teils mit stichbogigen, teils mit rechteckigen Abschlüssen, Fenster im 2. und 3. Geschoß original.
Rückwärtiges Hinterhaus: Souterrain (Bebauung bis zur rückwärtigen Grundstücksgrenze) und 4 Geschosse, Fassaden aus hochgebranntem gelben Backstein (zum linken seitlichen Hof), teils später verputzt (zum rechten Lichthof), auf der Rückseite Loggien mit originalen Metallgeländern, Fensteröffnungen stichbogig, Fenster und Balkontüren original, im Inneren kein separater Zugang vom Treppenhaus, ursprünglich durchgehende Wohnungen (heute durch spätere Flurtür getrennt).
Im Inneren original erhalten: Im Entrée Marmortreppe, hölzerner Handlauf an der Wand, Wandsockel aus Stuck mit Fugenschnitt, oberer Wandbelag Marmor (überstrichen), 2 Kreuzgratgewölbe mit Deckenmalerei, schlichter runder Stützbogen; im Treppenhaus ornamentierter Fliesenboden, Gußsteintreppe mit schmiedeeisernem Geländer und hölzernem Handlauf, hölzerne Wandsockelabschlußleiste, Wohnungseingangstüren (teilweise Türflügel erneuert), Kellertür, Fenster; in den Wohnungen Grundrißgestaltung; größtenteils Türen, Stuckdecken, Dielenböden, Fußleisten.
Die Kölner Neustadt, die seit 1881 bis in den Beginn des 20. Jahrhunderts unter Josef Stübben als Stadtbaumeister und nach seinen Plänen halbkreisförmig um das alte Stadtgebiet angelegt worden ist, gilt als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des 19. Jahrhunderts. Sie entstand von Anfang an nicht als einheitlicher Stadtteil, sondern als Gefüge verschiedenartiger Wohnviertel entlang der Ringstraße als repräsentativem Boulevard. Das sogenannte "Westend" zwischen Gladbacher und Zülpicher Straße entwickelte sich zu einem gut bürgerlichen Wohnviertel mit vornehmen Miethäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die Venloer Straße, bereits vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Westen, wurde zum größten Teil um 1884/85 bebaut. Das Gebäude Venloer Straße 28 gehört einer zweiten Bebauungsphase im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts an. Seine Fassadengestaltung zeichnet sich durch einen für die Bauzeit typischen Stuckdekor aus, der gotische Elemente wie die Vierpaßblenden im Drempelbereich des Dachgeschosses mit üppigen Rankenmotiven, die stilistisch der Renaissance entlehnt sind, kombiniert. Trotz einiger Veränderungen der straßenseitigen Front hat das o. g. Gebäude insgesamt sein ursprüngliches Erscheinungsbild gewahrt, da auch im Inneren die Raumstruktur einschließlich der wesentlichen Ausstattungsmerkmale wie Stuckdecken und Türen weitgehend original erhalten ist. Es dokumentiert als eines der wenigen Beispiele in der Venloer Straße die gründerzeitliche Erstbebauung der Kölner Neustadt. Gerade in dem unteren Abschnitt der Stadtgartennähe bezeichnet es zusammen mit dem etwas jüngeren Haus Nr. 24 die Reste der historischen Straßenbebauung und ist deshalb unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0