Wohn- u. Geschäftshaus

Aachener Straße 43 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4427
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Aachener Straße 43, 50674 Köln
Baujahr1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.01.1988
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Wohn- und Geschäftshaus wurde 1890 errichtet. Baukünstlerisch knüpft das L-förmig angelegte dreigeschossige traufständige Wohnhaus an die alte rheinische Bautradition des Dreifensterhauses an. Die Betonung der Mittelachse durch die zarte Quaderunterteilung im EG und die Verdachung des Mittelfensters durch einen Dreieckgiebel, wie auch die flache geometrische Ornamentik in den Brüstungsfeldern des 1. Obergeschosses verraten die baugestalterischen Vorbilder im Kölner Spätklassizismus. Die Bauten der unmittelbaren Umgebung (so z. B. das Haus Nr. 45) sowie die abgebrochene Mittelachse deuten dabei noch auf ein weiteres Geschoß, das heute durch zwei Dachgauben ersetzt ist. Im Foyer befindet sich ein monumentales Wandbild, das in Freskentechnik historische Motive aus dem Leben der Könige im Kölner Alltag mit Gavaliers- und Karnevalsszenen umwandelt. Durch braunen "Meisterduktus" wirkt das 1885 inschriftlich datierte große Wandbild in dem engen Eingangsbereich des sonst bescheidenen Wohnhauses sehr ungewöhnlich.

Der inkrustierte schwarz-weiße Mosaiksteinboden des Vestibüls führt durch erhaltene ornamentierte Glastüren zum Hinterhof.

Die zweistöckigen ursprünglichen Hofbauten von Backstein erweitern zusätzlich die Wohneinrichtungen; sie sind rein funktionell aufgefaßt. Die steile Holztreppe mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer sowie einige Fenster und Türen im Treppenhaus stammen aus der Erstbebauungszeit.

Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung durchgeführt. In einheitlicher Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Wohnbereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Dabei wurde die Hahnentorburg als Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung bewußt in die Stadtplanung einbezogen und als Ausgangs-, bzw. Endpunkt der Aachener Straße bewahrt. Die Aachener Straße war schon vor der Stadterweiterung eine Ausfallstraße nach Westen; sie wurde einheitlich während der Jahre 1885 - 95 als Alleeanlage betont. Das Gebäude Aachener Str. 43 ist ein Zeugnis der ursprünglichen Bebauung zur Zeit der Stadterweiterung; es besitzt somit ortsgeschichtliche Bedeutung.

Städtebaulich ist das o. g. Wohnhaus im Zusammenhang mit dem Nachbarhaus Nr. 45 und mit weiteren noch erhaltenen Gebäuden aus der Gründerzeit (so z. B. Haus Nr. 33) zu betrachten. Durch die ständigen Umbauten und nicht immer historisch belegbaren Rekonstruktionen ist in der Umgebung des beschriebenen Wohngebietes im Laufe der Zeit viel von der originellen Bausubstanz verloren gegangen. Um so wertvoller sind die noch bestehenden Zeugnisse der alten Kölner Baugeschichte.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0