Wohn- u. Geschäftshaus
Aachener Straße 47 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4629 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Aachener Straße 47, 50674 Köln |
| Baujahr | 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 31.05.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde 1890 errichtet. Baugeschichtlich aussagefähig ist das viergeschossige, dreiachsige Traufenhaus mit Seitenhaus auf L-förmigem Grundriß als Beispiel einer Bauweise mit Stilanklängen aus dem reichen Formenrepertoire der Renaissance sowie als Typ des sogenannten Kölner Dreifensterhauses. Die Fassade wird horizontal in 3 Abschnitte gegliedert durch zwei Sohlbankgesimse und ein Konsoltraufgesims, wobei die Fugenschnittstrukturierung nach oben hin in jedem Abschnitt feiner wird. Die durchgehend geraden, profiliert gerahmten Fenster sind im 1. Obergeschoß mit segmentbogigen Konsolgesimsverdachungen und Fächerrosette bekrönt (sog. Belétage), die Fenster des 2. Obergeschosses weisen gerade Konsolgesimsverdachungen mit rocailleartigem Dekor auf. Unter dem Sohlbankgesims des 2. Obergeschosses befindet sich eine art Akanthusfries. Trotz der Veränderung des Erdgeschosses, der Dachzone und der Fenster verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.
Im Innern des Hauses sind an originalen Ausstattungsteilen eine Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf erhalten.
Ortsgeschichtlich ist das Wohn- und Geschäftshaus ein Zeugnis für die Erstbebauung dieses Straßenabschnittes der Aachener Straße. Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung durchgeführt. Zu einheitlicher Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Wohnbereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge miteinander verbunden. Dabei wurde die Hahnentorburg als Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung bewußt in die Stadtplanung einbezogen und als Ausgangs- bzw. Endpunkt der Aachener Straße bewahrt. Diese war schon vor der Stadterweiterung eine Ausfallstraße nach Westen, und sie wurde als Alleestraße während der Jahre 1885 - 1895 bebaut.
Städtebaulich bedeutend ist das o. g. Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles (Nr. 43 - 49, 53, 57, 59), das das ehemalige Erscheinungsbild der Straße bewahrt und anschaulich rekonstruierbar macht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0