Wohn- u. Geschäftshaus

Försterstraße 1 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4500
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Försterstraße 1, 50823 Köln
Baujahr1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.03.1988
Stadtteil Ehrenfeld

Das Gebäude wurde 1904 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 3-achsige, 4-geschossige Traufenhaus als Beispiel einer Backsteinbauweise mit die Achsen betonenden und zusammenfassenden Stuckgliederungen aus dem Formenrepertoire der Neugotik.

Die Fassade wird gegliedert durch profilierte, z. T. gekröpfte Gesimse (Sohlbank-, Gurt-, Trauf-) die in der Mittelachse jeweils ein Fensterpaar zusammenschließen.

Die unterschiedlichen Fensterformen (vorhangförmig, gerade, abgerundet) sind mit verzierten Keilsteinen sowie mit - von vegetabilischem Dekor umrahmten - Masken und Wappen in den Bekrönungs- bzw. Brüstungsfeldern dekoriert. Die originale Fensterteilung ist teilweise noch erhalten. Trotz der Veränderung des Erdgeschosses veranschaulicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden und vom Süden her erschlossen wurde. Backsteinkirchen im neugotischen Stil, z. B. St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz, bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z. B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt.

Die Försterstraße liegt überwiegend im westlichen, also jüngeren Teil Neuehrenfelds und ist eine, mit einem leichten Bogen konzipierte Wohnstraße auf den Lenauplatz zu.

Städtebaulich bedeutend ist das Haus als Bestandteil einer für diesen Stadtteil typischen Bebauung des auslaufenden Historismus.

Die weitgehend original erhaltene Bebauung der Försterstraße aus den letzten Friedensjahren des Kaiserreiches ist ein unverzichtbares Dokument bürgerlichen Bauens, wo die Dekoration mit städtischem Wohnungsanspruch sich zu einer Einheit verbanden.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0