Wohnhaus

Holbeinstraße 27 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4501
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Holbeinstraße 27, 50733 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.03.1988
Stadtteil Nippes

Das Wohnhaus wurde um 1890 gebaut. Baugestalterisch knüpft das traditionell angelegte Dreifensterhaus in vollem Maß an die langgezogene Straßenflucht von niedrigen, dreigeschossigen Wohnhäusern, die die Frühphase der Erschließung von Nippes anschaulich dokumentiert. Die gebänderten Rustikaeinschnitte des Erdgeschoßbereiches mit erneuerter Fensterladenteilung in ursprünglicher Form reichen bis in die Hausmitte und zu den oberen Kanten der Fenster des 1. OGs. Ein paar Brüstungsgesimse, die ihr Pendant im 2. OG in Form der Sohlbankrahmung der Fenster finden, sind durch eine kurze Stuckleiste, die die Mittelachse betont, gerahmt. Die Rundbogenfenster sind im 1. OG durch Voluten-Schlußsteine gekrönt. Die zwei Dachgauben unterstreichen die traditionelle Symmetrieanlage, die durch den bescheidenen Hauseingang links nicht gestört wird. Im Hausinnern dominieren die alte Holztreppe mit hohen Antrittspfosten und gedrechseltem Holzgeländer.

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Bauobjekt wichtig, weil es die Erstbebauung des nördlichen Vorortes von Köln belegt. Das ehemalige Bauerndorf vor der Toren der Stadt, berühmt durch sein Korn, seinen Kappes und sein Bier, erlebte in der Mitte der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts den großen Durchbruch als günstiger Industriestandort, verkehrstechnisch erschlossen, mit billigem Bauland und ohne Beeinträchtigung durch vorhandene Bebauungspläne. Nach der Eingemeindung 1888 zog der Bau von neuen Straßen, Schulen, Abwasserkanälen und Wasserleitungen auch neue Investoren an. Die Bevölkerungsentwicklung, die im Laufe des 19. Jahrhunderts stagnierte, hat sich im Laufe der 20er Jahre mehr als verdoppelt (1890: 16.210, 1900: 27.054, 1910: 41.162). Die Holbeinstraße ist eine der ersten rasterförmig angelegten Wohnachsen von Nippes, die ihren Charakter als Wegführung bewahrt.

Städtebaulich bewahrt die gerade Straßenflucht, wie schon erwähnt, bis zur Ecke Christina- bzw. Neußer Straße das einheitliche geschichtliche Erscheinungsbild. Die geschlossene Zeile von Häusern vermittelt so eine wirkungsvolle Front von Fassaden und Bauobjekten, die die Wahrung und Integration von historischen Überlieferungen unterstreichen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0