Wohnhaus

Lochnerstraße 17 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4546
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lochnerstraße 17, 50674 Köln
Baujahrum 1899
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 05.04.1988
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1899 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 4-geschossige Eckgebäude von 4:5 Achsen mit 3 Risaliten, Balkonen und Souterrain und ausgebautem Mansarddach als Beispiel einer historisierenden Bauweise mit vielfältigen Stileinflüssen, vorwiegend aus dem Spätbarock. Der Fugenschnitt strukturierte Erdgeschoßbereich schließt mit einem breit profilierten, den plastischen Mauerausformungen folgendem Schräggesims ab. Darüber erheben sich die z. T. in feinem Fugenschnitt struktruierten, mit einem breit ausladenden Traufgesims abschließenden Fassaden. Die ab dem 1. OG konkav abgeschrägten Mauerkanten werden zusätzlich durch Fugenschnitte auf pfeilerartigen Wandvorlagen betont. Dem strengen Gliederungsprinzip der Fassaden wird durch die spielerische Ornamentik des Spätbarock sowie durch die Balusterverzierung der Balkone und Blendbalustraden entgegengewirkt. Die Balkone zwischen den zwei einachsigen Risaliten der Fassade Dasselstraße werden von Rundpfeilern mit Basis und Kapitell gestützt, die unterschiedlich langen Balkonbalustraden zu beiden Seiten des 2-achsigen Risalits an der Lochnerstraße sind an ihrem äußeren Ende abgerundet. Im 1. OG ziehen sich die Balustraden auch als Fensterbrüstungszier über das ganze Geschoß, das sich somit als sogenannte Belétage ausweist. Alle Fensteröffnungen mit geraden und segmentbogigen Fensterstürzen sind aufwendig gerahmt und mit verzierten Schlußsteinen, Bekrönungsfeldern (Rocaille oder Wappen) geschmückt. Die freien Felder zwischen den Achsen des 3. Obergeschosses sind mit Löwenmasken, vegetabilischen Dekor sowie festonähnlicher Bänderung besetzt. Insgesamt verdeutlichen die Fassaden als konstruktive Teile des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Das Innere des Hauses entspricht seinem repräsentativen Äußeren: Im hohen Entreé Marmorfußboden und -treppe, breit gequaderte Wandbearbeitung im Aufgangsbereich; darüber Kassettenstuck mit abschließendem breiten Puttenrelieffries sowie Deckenrahmung; im Treppenhaus Holztreppe mit gedrechseltem umlaufenden Geländer und reich geschnitzter Antrittswange, Stuckrosette an der Decke, Holzdielen auf den Podesten, ein- und zweiflügelige Wohnungstürabschlüsse (vollständig); in den Wohnungen Stuckdecken und Zimmertüren.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Eckgebäude zur Dasselstraße, da es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Kölner Neustadt belegt. Die Bebauung nach dem von J. Stübben und K. Henrici 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Mauritiuswall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher urbanistischer Bestimmung entstehen. In der Lochnerstraße, einer zum Rathenauplatz zulaufenden Wohnstraße mit z. T. noch erhaltenen Vorgärten, entstanden repräsentative Wohnmietbauten für Bürger mit gehobenem Wohnanspruch.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit den Häusern Nr. 13 - 15, (Schule) 11, 9 und Dasselstraße 16 sowie den anderen Denkmälern in der nahen Umgebung. Zudem kommt dem Gebäude - damals wie heute - in seiner exponierten Lage als Eckhaus an einer Straßenmündung, eine besondere Rolle zu.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0