Wohnhaus
Dasselstraße 14 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2117 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Dasselstraße 14, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.02.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1898 als fünfgeschossiges, sechsachsiges Wohnhaus mit einem Risalit, 6 Balkonen einer Stuckfassade und einem Vorgarten errichtet.
Das o. g. Gebäude ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters H.J. Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Die Dasselstraße verläuft längs der Eisenbahnlinie und verbindet als Bestandteil der Straßenfolge Moltkestraße, Lützowstraße, Dasselstraße, Moselstraße, Pfälzer Straße, welche den äußeren Rand der Neustadt im Westen und Südwesten parallel zu den Ringen erschließt, die beiden Sternplätze vor der Eisenbahnüberführung der Ausfallstraßen Lindenstraße und Zülpicher Straße miteinander. An der zum Rathenauplatz hin gelegenen Straßenwand nimmt die Neubebauung nach der Kriegszerstörung die Traufhöhe der beidseitig viergeschossigen, historischen Gebäude auf. An der zur Bahn hin gelegenen Seite gegenüber wird die Traufhöhe der historischen Gebäude von den Neubauten im großen und ganzen unterschritten. Der Straßenraum wird optisch an der Einmündung der Zülpicher Straße vom historischen Stahlbauwerk der Eisenbahnüberführung und deren Einfassung mit polygonalen, überhöhten Pfeilern und an ihnen bogenförmig hinauf verlaufenden Böschungsmauern aus rustiziertem Quadermauerwerk einerseits und vor der Bahnüberführung an der Lindenstraße, die Platzbebauung und Hausfront an der Einmündung der Lützowstraße mit den historischen Gebäuden Lützowstraße 7 und 9 andererseits räumlich geschlossen. Als charakteristisches Merkmal der Parks und Platzanlagen der Neustadt ist in den vom Rathenauplatz ausgehenden Straßen die Vegetation des Platzes durch Baumbestand in der Beethovenstraße und Roonstraße und Vorgärten in der Lochnerstraße und Görresstraße, die sich auf beiden Seiten der Dasselstraße bei zurück versetzter Straßenflucht fortsetzt. Die letzten Gebäude vor der Einmündung der Dasselstraße in die Lindenstraße nehmen die Flucht der vorderen Begrenzung der Vorgärten auf. Den Übergang bilden die Gebäudeformen der sich gegenüberliegenden Häuser Dasselstraße 79 und 66.
Die symmetrisch aufgeteilte, im übrigen sehr eigenwillig gestaltete Fassade zeigt einen beherrschenden, zweiachsigen Risalit, dessen Höhe mit der Traufhöhe abschließt und dessen Breite von seitlich am zweiten bis vierten Obergeschoß angesetzten Balkonen (deren Enden auf hohen Konsolen ruhen) erweitert wird. Das Band der Brüstung am zweiten Obergeschoß, beidseitig eingefaßt von Stockwerk- und Fensterbankgesims, und das Traufgesims über einem Fries aus liegenden Rechteckplatten gliedern die Fassade horizontal im Unterbau aus Souterrain und erstem Obergeschoß und den einheitlichen Gebäudeteil des zweiten bis vierten Obergeschosses. Die Mitte der quadratischen Vorderseite des Risalitsockels nimmt die Haustüre ein, deren Rahmung zu beiden Seiten Knäufe aufgesetzt sind, und das unmittelbar am Rahmen anschließende Oberlicht, das aus zwei hohen, schmalen, gekuppelten Fenstern besteht, die ein schmaler Steg voneinander trennt. Die wachsende Höhe und zunehmende Offenheit verdeutlichen die Wandlung der Fensterausschnitte vom schmalen, hohen Rechteck am zweiten bis zum Flachbogenfenster am vierten Obergeschoß - am Risalit besonders breit, dreiteilig. Die äußeren Achsen, die in quadratischen Dachgauben enden, fassen den Mittelrisalit zu beiden Seiten begleitend ein. Zur Gestaltung der Steingitter-Brüstungen der Balkone, der Haustür-Umrahmung und der Stürze wurden aus der Gotik abgeleitete Formen verwendet.
Im Hausflur führt eine Steintreppe zum Niveau des ersten Obergeschosses, begleitet von zwei Wandhandläufen in Holz. Die farbigen, quadratischen Fliesen des unteren Podests tragen einen Dekor, der sich jeweils aus vier Fliesen zusammensetzt. Die Podestfläche umgeben ein farbiger Ornamentstreifen und eine rote Randrahmung. Sie ist insgesamt mit dem unregelmäßigen Fugennetz einer Mosaik-Imitiation überzogen. Das separate, vertikal geteilte Oberlicht über der Haustüre gibt der Hausflurtreppe reiche Belichtung. Von den Wandflächen zur Deckenfläche vermitteln an der Kehle mehrere Wand- und Deckenleisten. Den Übergang zum Treppenhaus bildet ein Sturz, der von zwei Wandpilastern gestützt wird. Den grauroten Terrazzoboden des Treppenhauses umgibt eine rote Randrahmung. Die zwei- und gegenläufige Holztreppe wird von einem Holzgeländer mit -handlauf begleitet. Die Untersichten der Stockwerk- und Zwischenpodeste sind stuckiert. Der Wohnungsabschluß des zweiten Obergeschosses besteht aus einem, im oberen Teil verglasten, Türflügel, der von zwei Pilastern flankiert wird, einem gesimsartigen Kämpfer und einem Oberlicht. Die Wohnungen enthalten Stuckdecken, deren Felder von unterzug-artigen Stuckrippen unterteilt werden, mit mehreren Profilleisten in den Kehlen, zentrale Rosetten und originale Türen mit Laibungen und Blendrahmen.
Die vorgelegte Beschreibung zeigt die Bedeutung des Gebäudes im Sinn des Denkmalschutzgesetzes auf und zwar insbesondere hinsichtlich seiner städtebaulichen Einbindung, seines künstlerischen und wissenschaftlichen Wertes und der Geschichte des Kölner Bürgers in Bezug zu seiner Stadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0