Wohnhaus

Johann-Mayer-Straße 12 · Kalk

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4559
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Johann-Mayer-Straße 12, 51105 Köln
Baujahrum 1897
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 13.04.1988
Stadtteil Kalk

Das wie die Nachbarhäuser vom Bauunternehmer Seidenfaden um 1897 (laut Adreßbuch) erbaute 4-geschossige Wohnhaus mit 4 Achsen besitzt eine gründerzeitliche Stuckfassade im Stil der Neorenaissance bzw. des Neobarocks. Die beiden unteren Geschosse - Erdgeschoß und 1. Obergeschoß - weisen eine horizontale Quaderung mit Fugenschnitten in den Fensterstürzen auf. Horizontale Gesimse in den Brüstungen nur im 1. und 2. Obergeschoß lassen das 3. und 4. Obergeschoß als Einheit erscheinen, die durch eine glatte Putzfläche zusammengefaßt wird. Allerdings verleihen die mit Kartuschen gefüllten Segmentgiebel im 2. Obergeschoß und eine Wandgliederung durch eine flache horizontale Putzbänderung diesen Geschossen einen zusätzlichen Akzent, ein konolgestützes Dachgesims schließt die Fassade zur Traufe hin ab. Die Brüstung des 1. Obergeschosses schmücken Baluster, während die des 2. Obergeschosses durch schlichte rechteckige Putzspiegel ausgefüllt sind. Fenster und Haustüre wurden erneuert. Das Innere des Hauses wurde weitgehend modernisiert.

Der Industrievorort Kalk entwickelte sich explosionsartig in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts von einer Ansammlung von 3 Höfen mit Wallfahrtskapelle zu einer dichtbesiedelten Arbeiterstadt mit zahlreichen Fabriken. Von diesen sind als bedeutendste noch heute die Chemischen Werke Kalk und Klökkner Humboldt Deutz (früher Firma Liesegang) tätig.

Außerhalb des alten Befestigungsrayons von Deutz entstanden die Straßen teilweise in Ausbau der alten Flurwege, teilweise aber auch wie die Trimborn-, Robert- und Johann-MayerStraße als neue Trassierung auf den Feldern der Erben Trimborn, die auch den Ausbau der Straßen und die Errichtung des Postgebäudes förderten. Das o. g. Gebäude ist Zeugnis dieser Phase und spiegelt die stilistischen Prinzipien des Historismus wider.

Städtebaulich ist das Objekt Teil des noch überaus vollständig erhaltenen Straßenraumes der Johann-Mayer-Straße und bildet mit den gleichzeitig erbauten Häusern Nr. 6 - 16 ein städtebauliches Ensemble.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0