Wohnhaus

Johann-Mayer-Straße 8 · Kalk

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4558
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Johann-Mayer-Straße 8, 51105 Köln
Baujahrum 1897
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 13.04.1988
Stadtteil Kalk

Das laut Adreßbuch um 1897 von Bauunternehmer Seidenfaden erbaute Wohnhaus besitzt eine klassizistisch gehaltene und ausgewogen komponierte Stuckfassade von 4 Achsen und 4 Geschossen, wie sie für Kalk typisch ist. Der seitlich angeordnete Hauseingang deutet auf einen einhüftigen Grundriß mit relativ großen Wohnungen hin. Das Repräsentationsbedürfnis wird durch die Fugenquaderung der gesamten Fassade unterstrichen sowie durch die Dreiecksübergiebelung des 1. Obergeschosses, also der Belétage, deren beide Mittelfenster gekuppelt wurden. Die etwas breiter ausgeführten Gewände zu den Seitenachsen sind mit einer durch alle Geschosse laufenden senkrechten Diamantquaderung unterteilt, wodurch die Mittelachsen als Scheinrisalit hervorgehoben werden. Die horizontale Gliederung wird vor allem durch die beiden Brüstungsgesimse des 1. Obergeschosses sowie durch das überaus kräftige Fensterbankgesims des 3. Obergeschosses und das Dachgesims unterstützt. Die Plastizität der Ornamente nimmt vom Erdgeschoß bis zum 3. Obergeschoß deutlich ab, so daß die Fensterumrahmungen des 3. Obergeschosses auf profilierte Rahmen mit Schlußstein und Ohren beschränkt sind. Fenster und Haustüre wurden erneuert. Das Innere des Gebäudes wurde weitgehend modernisiert.

Der Industrievorort Kalk entwickelte sich explosionsartig in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts von einer Ansammlung von 3 Höfen mit Wallfahrtskapelle zu einer dichtbesiedelten Arbeiterstadt mit zahlreichen Fabriken. Von diesen sind als bedeutendste noch heute die Chemischen Werke Kalk und Klökkner Humboldt Deutz (früher Firma Liesegang) tätig.

Außerhalb des alten Befestigungsrayons von Deutz entstanden die Straßen teilweise im Ausbau der alten Flurwege teilweise auch, wie die Trimborn-, Robert- und Johann-Mayer-Straße als Trassierung auf den Feldern der Bauern, hier der Erben Trimborn, die auch den Ausbau der Straßen und die Errichtung des Postgebäudes förderten. Das o. g. Gebäude ist Zeugnis dieser Phase und spiegelt die stilistischen Prinzipien des Historismus wider.

Städtebaulich ist das Objekt Teil des noch überaus vollständig erhaltenen Straßenraumes der Johann-Mayer-Straße und bildet mit den gleichzeitig erbauten Häusern Nr. 6 - 14 ein städtebauliches Ensemble.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0