Wohnhaus
Rolandstraße 94 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4562 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Rolandstraße 94, 50677 Köln |
| Baujahr | um 1894 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 13.04.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1894 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 3-achsige, 4-geschossige Traufenhaus mit insgesamt drei unterschiedlich gestalteten Balkonen und Souterrain als Beispiel einer historisierenden Bauweise mit Stilanklängen aus dem reichen Formenrepertoire der Renaissance. Der im Fugenschnitt strukturierte Erdgeschoßbereich (im Souterrain rustiziert) wird durch Stockwerk-Fenstersohlbank- und andere Gesimse sowie Putzbänder und ein Konsoltraufgesims gegliedert.
Die geraden Fenster sind mit ohrigem Gerähm und Bekrönungsfeldern mit unterschiedlichem Dekor versehen. Die aus Zwillingsfenstern und Balustradenbrüstung des Balkons (1. Obergeschoß), durch Löwenmaske, Kayatide sowie eine gebrochene Giebelbekrönung mit Akroterie (2. Obergeschoß). Auf der linken Achse im oberen Erdgeschoß belebt ein kleiner Balkon mit schmiedeeisernem geschwungenen Brüstungsgeländer die Fassade. Die originalen giebelförmigen Dachgauben, die z. T. noch erhaltenen Fenster, die antike Kassetteneingangstür mit einem Gerähm aus scharnierähnlicher Ornamentik, Klotzfries, Arkadenbögen vor dem Sichtfenster und verziertem Messingknauf vervollkommnen die ästhetische Einheit der Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäude veranschaulicht.
Im Innern des Gebäudes sind an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: schwarz-weißer Terrazzofußboden und Podeste, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten, ein in Holz verkleideter Stützrahmen, dreiflügelige Wohnungsabschlußtüren mit Kassettenfüllungen und Sichtfenster.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt ein Zeugnis der zwischen 1881 und 1910 durchgeführten einmaligen Erweiterung der Wohngebiete Kölns, die in der zweiten Welle auch das Gebiet der Südstadt erfaßte. Der sog. Bonner Platz, der die überragende räumliche Wirkung des Chlodwigplatzes nachklingen läßt, erschließt die Umgebung der südlichen Neustadt sternförmig in sechs Richtungen. Während die zum Chlodwigplatz und Severinstor führenden Queradern der Verbindung mit Geschäfts- und Gesellschaftsleben gewidmet sind, sind die mit dem Stadtkern des Severinstores parallel angelegten Straßenachsen vorwiegend als Wohngebiete für Bürger mit mittleren oder höheren Wohnansprüchen bezeichnend. Die breite Lagerung des Straßenraumes der Rolandstraße und die zweiteilige Baumallee auf erhöhtem Mittelstreifen unterstreichen das hohe architektonische Niveau der vier- bis fünfgeschossigen Bauten.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit den Häusern Nr. 92, 96 und dem Eckhaus zur Merowinger Straße. Es korrespondiert in Maß und Bauzier mit den genannten Objekten und anderen Altbauten dieses Straßenteilbereiches und trägt dazu bei, das ehemalige charakteristische Erscheinungsbild der Straße zu bewahren bzw. anschaulich rekonstruierbar zu machen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0