Wohnhaus

Antoniastraße 3 · Kalk

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4567
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Antoniastraße 3, 51105 Köln
Baujahr1899
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.04.1988
Stadtteil Kalk

Das laut Adreßbuch auf 1899 zu datierende Gebäude besitzt die in diesem Bereich Kalks häufige 4-geschossige Fassade mit 4 Achsen, deren Stukkierungen Anlehnung an neugotische Formen aufweisen. Gotisierendes Maßwerk findet sich vor allem über den Rundbogen des Erdgeschosses und im Kranzgesims, auch die Fensterverdachungen über dem 1. Obergeschoß in Vorhangbogenform sind der Gotik entlehnt. Die breiten Sohlbankgesimse betonen die Horizontale in der Fassade stärker als die gotischen Schmuckformen es stilistisch vermuten lassen. Die reiche Ausschmückung des 1. Obergeschosses der Belétage steht im Gegensatz zu den schlichten Putzflächen der darüberliegenden Geschosse.

Im Innern blieb im Hausflur der originale Terrazzoboden sowie der Wand- und Deckenstuck erhalten. Auch die Holztreppe mit Antrittspfosten sowie teilweise die Abschluß- und Zimmertüren stammen aus der Erbauungszeit.

Der Industrievorort Kalk entwickelte sich explosionsartig in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts von einer Ansammlung von 3 Höfen mit Wallfahrtskapelle zu einer dichtbesiedelten Arbeiterstadt mit zahlreichen Fabriken. Von diesen sind als bedeutendste noch heute die Chemischen Werke Kalk und Klökkner Humboldt Deutz (früher Firma Liesegang) tätig.

Außerhalb des Befestigungsrayons von Deutz entstanden die Straßen teilweise im Ausbau der alten Flurwege, teilweise, wie die Trimborn-, Robert- und Antoniastraße, als neue Trassierung auf den Feldern der Bauern, hier der Erben Trimborn, die auch den Ausbau der Straßen und die Errichtung des Postgebäudes finanzierten. Das o. g. Gebäude ist Zeugnis dieser Phase und spiegelt die stilistischen Prinzipien des Historismus wider.

Städtebaulich ist das Objekt Teil der Erstbebauung in der Antoniastraße gegenüber dem Postgebäude und ist für diese Straße maßstabbildend. Mit dem gleichzeitig erbauten Haus Nr. 5 und den Straßenräumen der Trimborn- bzw. Johann-MayerStraße bildet es ein städtebauliches Ensemble.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0