Wohnhaus
Ehrenfeldgürtel 168 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4603 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Ehrenfeldgürtel 168, 50823 Köln |
| Baujahr | 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.05.1988 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Baugeschichtlich zeigt das 3-achsige und 3-geschossige Wohnhaus mit Dachaufbau eine interessante Durchdringung der alten (s. z. B. der spätklassizistische Grundriß mit entsprechender kantig-symmetrischen Fensterreihung und Hervorhebung der mittleren Achse) und der neuen Bauelemente. Das Jahr 1907, das in der Inschrift des 1. OG zu sehen ist, bedeutet auch in Kölner Vororten die Kulmination des aufkommenden Jugendstils. Neben dem floralen Ornament der Sturzzone der Eingangstüren mit ihrer segmentartigen Bekrönung finden wir die typische Volutenspiegelungen an den Balustradenecken des 2. OG und bei der Ausschmückung des prächtigen Knickgiebels. Der farbige Fries unter dem Kranzgesims sowie der Pflanzengürtel im mittleren Teil verleihen der Fassade den Eindruck von Leichtigkeit.
Obwohl an der Fassade noch zurückhaltend, entfaltet sich das Jugendstildetail reichlich im Innern des Hauses. Der farbige Stuckfries des Foyers wiederholt sich in der ornamentalen Betonung des Terrazzobodens mit Mosaikeinlagen, der Wandleisten und der Strukturtapete sowie bei den Hof- und Zimmereingangstüren. Auch die erhaltenen Fenster des Hintertraktes und andere gestalterische Details spiegeln den Umbruch vom traditionellen Historismus zum Jugendstil und zur Baumoderne wieder.
Ortsgeschichtlich ist das Gebäude als Teil des noch gut erhaltenen Straßenensembles bedeutend für die Geschichte Neuehrenfelds, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils anschaulich dokumentiert. Das Stadtviertel wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen im neogotischen Stil (St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz) bildeten Beziehungspunkte der Siedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z. B. der Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Der Ehrenfeldgürtel wurde als dritter Straßenzug um Köln, meist in Form einer Allee angelegt und nach der Jahrhundertwende bebaut. Die Ortslage hat vorwiegend ihren Vorstadtcharakter bewahren können.
Von seiner städtebaulichen Bedeutung bildet das o. g. Wohnobjekt mit den anliegenden Bauten des Ehrenfeldgürtels (so unmittelbar: das Haus Nr. 162, 164, 166 bis zur besonders betonten Ecke zur Eichendorffstraße), einen gut erhaltenen, anschaulichen Baukomplex als Denkmalensemble der Gründerzeit. Auch die weiteren Sichtbezüge betonen das kultiviert gepflegte urbane Bild der anspruchsvollen Bebauung der Kölner Vororte.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0