Wohnhaus

Eichendorffstraße 26 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6034
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Eichendorffstraße 26, 50823 Köln
Baujahr1906
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.05.1991
Stadtteil Neuehrenfeld

1906 erbaut. 3 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit zwei Gauben und mittigem Giebelhaus; fassadenhoher Standerker, mit aufgesetztem Balkon (orig. Gitter; neue Überdachung). Stuckfassade mit Gliederungen im Jugendstil, EG in Fugenschnitt, glasierte Klinker vorn und seitlich am Erker (ab 1. OG). Fenster größtenteils original, Haustür original. Rückseite: zweifarbige Backsteinfassade; Fenster original, Balkone mit orig. Gittern. Im Innern original erhalten: im Vestibül farbige Bodenfliesen und Marmortreppe, Wandfliesen, Wand- und Deckenstuck; als Vestibülabschluß Stützbogen mit Fliesen (unten) und Stuck (darüber); im Flur farbige Bodenfliesen und etwas Deckenstuck (Profile), Terrazzotreppe hinab zur Hoftür, dort am Treppenabsatz schwarzweiße Mosaikfliesen; Hoftür; Terrazzotreppe, Holzhandlauf mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten, Zwischenpodeste mit schwarzweißen Mosaikfliesen und etwas Deckenstuck (Profile); ein Treppenhausfenster mit Bleiverglasung; die meisten Wohnungseingangstüren, zahlreiche Zimmertüren, Reste von Deckenstuck. Vorgarten mit originalem Einfriedungsgitter.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Stadtteil Neuehrenfeld wurde ab der Jahrhundertwende als eine Art Stadterweiterung von Ehrenfeld aus erschlossen. Die von der Annakirche aus als Wohngebiet für gehobene Ansprüche angelegte Eichendorffstraße dient der Verbindung zum Ehrenfeldgürtel bzw. zum Lenauplatz. Sie gehört zu den frühen Dokumenten der Wohnbebauung und hat wie kaum ein anderer Straßenzug in diesem Bereich ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Das o. g. Objekt ist ein wichtiger integraler Bestandteil dieses alleeartig ausgebauten und sehr abwechslungsreich gestalteten Ensembles. Bei der Fassadengestaltung verwendete man die für diesen Wohnbezirk typische flächige Stuckatur, die hier durch die glasierten Klinker am Standerker einen zusätzlichen markanten und für die Eichendorffstraße einzigartigen Blickfang erhält. Es offenbart sich die große Formenvielfalt der Jugendstilarchitektur, die in einem einheitlichen Straßenbild, bedingt durch die Reihung vergleichbarer Haustypen mit Mittenbetonung, jedem Gebäude seinen eigenen Charakter bewahrt und darüber hinaus die Ansprüche der damaligen Bewohner zum Ausdruck bringt. Dieses Repräsentationsbedürfnis tritt bei dem Haus Nr. 26 auch in der nur wenig veränderten, aufwendigen Innenausstattung zutage. Es wird daher zu einem unverzichtbaren Dokument der Neuehrenfelder Wohnbebauung im frühen 20. Jahrhundert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0