Wohnhaus

Robertstraße 13 · Kalk

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4610
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Robertstraße 13, 51105 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.05.1988
Stadtteil Kalk

Das laut Adreßbuch um 1900 von Bauunternehmer Seidenfaden erbaute Wohnhaus besitzt eine neuklassizistische Stuckfassade von 4 Geschossen und 4 Achsen, von denen die linke Achse durch eine risalitartige Wandvorlage und Balkon im ersten Obergeschoß betont wird. Das Erdgeschoß mit seitlichem Eingang ist kräftig rustiziert, die darüber liegenden Etagen weisen horizontale Fugen auf (ähnliche Fassade Johann-Meyer-Str. 8). Das erste Obergeschoß, die Belétage, wird durch konsolgestützte Übergiebelungen der Fenster hervorgehoben, nach oben hin nimmt die dekorative Einfassung der Fenster deutlich ab. Die Geschosse werden durch konsolgestütze Fensterbankgesimse unterteilt. Diamantquader sind unterhalb der Dreiecksverdachungen und in mittlerer Höhe der pilasterartigen Fenstergewände des 1. Obergeschosses angebracht. Die Verdachungen sind mit den Früchten eingerahmten Kartuschen gefüllt, unter den Fenstergesimsen des 2. Obergeschosses finden sich Schilder und Lorbeerblätter. Fenster und Haustüre sind original.

Die Innengestaltung dieses recht anspruchsvollen Anwesens (einhüftige Anlage, d. h. große Wohnungen) blieb mit dem Fliesenboden im Hausflur, Deckenstuck und Holztreppe größtenteils original erhalten, da auch teilweise die Wohnungs- und Zimmertüren aus der Erbauungszeit stammen.

Der Industrievorort Kalk entwickelte sich explosionsartig in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von einer Ansammlung von 3 Höfen mit Wallfahrtskapelle zu einer dichtbesiedelten Arbeiterstadt mit zahlreichen Fabriken. Von diesen sind als bedeutendste noch heute die Chemischen Werke Kalk und Klökkner Humboldt Deutz (früher Firma Liesegang) tätig.

Außerhalb des alten Befestigungsrayons von Deutz entstanden die Straßen teilweise im Ausbau der alten Flurwege, teilweise wie die Trimborn-, Robert- und Johann- Meyer-Straße als neue Trassierung auf den Feldern der Bauern, hier der Erben Trimborn, die auch den Ausbau der Straßen und die Errichtung des Postgebäudes förderten. Das o. g. Gebäude ist Zeugnis dieser Phase und spiegelt die stilistischen Prinzipien des Historismus wider.

Städtebaulich ist das Objekt Teil des noch überaus vollständig erhaltenen Straßenraumes der Robertstraße und bildet mit den gleichzeitig erbauten Häusern Nr. 9 bis 18 ein städtebauliches Ensemble.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0