Wohnhaus
Trimbornstraße 34 · Kalk
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4615 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Trimbornstraße 34, 51105 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.05.1988 |
| Stadtteil | Kalk |
Das um 1900 vom Architekten Robert Zimmer errichtete Wohnhaus besitzt eine breite Putzfassade von 5 Achsen, deren Stuckgliederung im Stil des Neuklassizismus oder der Neurenaissance gehalten ist. Von den anderen Häusern der Trimbornstraße zeichnet sich das Objekt sowohl in seiner Breite von 5 Achsen als auch in seiner Höhe von 5 Geschossen inkl. des Souterrains aus, der Eingang in der Seitenachse deutet auf einen großzügigen Wohnungsgrundriß über die gesamte Hausbreite hin.
Die beiden unteren Geschosse werden durch tiefen Fugenschnitt in der Stuckierung zusammengefaßt, allerdings auch getrennt durch ein kräftig profiliertes Brüstungsgesims, das eine breite Toreinfahrt auf der linken Seite und die Haustüre auf der rechten überspannt. Der Sturz der Haustüre weist als zusätzlichen Schmuck einen gesprengten Segmentgiebel mit vasenähnlichem Mittelteil auf. Die linke Achse ist über der pilastergerahmten Tordurchfahrt durch einen Scheinrisalit hervorgehoben, allerdings laufen die mit einem Schlußstein verzierten Rundbogenfenster des Hochparterres, die aediculaartig mit Dreiecksgiebeln überdachten Fenster des 1. Obergeschosses durch alle Achsen gleichmäßig durch. Im 2. Obergeschoß wird die Übergiebelung des Fensters der Außenachse durch einen Kopf mit Mittelfeld betont.
Die horizontale Gliederung schaffen durchlaufende Sohlbankgesimse, die im 2. Obergeschoß die aediculaartigen Fensterumrahmungen mit Muschelfüllung tragen, wobei konsolartige Diamantquader in den Brüstungen podestartig eingefügt wurden. Die Fenster sind original, die Haustüre wurde erneuert.
Im hinteren Teil des Grundstücks weist ein separat stehendes Hinterhaus auf die ursprünglich teilweise gewerbliche Nutzung des Grundstückes hin.
Im Innern blieben im Hausflur der teilweise ornamentierte Terrazzoboden mit Terrazzotreppe sowie in den Obergeschossen teilweise die originalen Abschlußtüren und Zimmertüren erhalten.
Der Industrievorort Kalk entwickelte sich explosionsartig in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts von einer Ansammlung von 3 Höfen mit Wallfahrtskapelle zu einer dichtbesiedelten Arbeiterstadt mit zahlreichen Fabriken. Von diesen sind als bedeutendste noch heute die Chemischen Werke Kalk und Klökkner-Humboldt-Deutz (früher Firma Liesegang) tätig.
Außerhalb des Befestigungsrayons von Deutz entstanden die Straßen teilweise im Ausbau der alten Flurwege, teilweise wie die Trimborn-, Robert- und Johann-Mayer-Straße, als neue Trassierung auf den Feldern der Bauern, hier der Erben Trimborn, die auch den Ausbau der Straßen und die Errichtung des Postgebäudes finanzierten. Das o. g. Gebäude ist Zeugnis dieser Phase und spiegelt die stilistischen Prinzipien des Historismus wider.
Städtebaulich ist das Objekt Teil des noch überaus vollständig erhaltenen Straßenraumes der Trimbornstraße, für den es maßstabbildend ist. Es bildet mit den gleichzeitig erbauten Nachbarhäusern Trimbornstr. 3 - 36 ein städtebauliches Ensemble.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0