Wohnhaus

Richard-Wagner-Straße 33 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3510
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Richard-Wagner-Straße 33, 50674 Köln
Baujahrum 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.03.1986
Stadtteil Neustadt/Süd

Ortsgeschichtlich ist das um 1895 errichtete Wohn- und Ge- schäftshaus ein Zeugnis für die Erstbebauung dieses Straßen- abschnittes der Richard-Wagner-Straße. Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung durchgeführt. In einheitlicher Planungsauffassung wurden un- ter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Wohn- bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge mitein- ander verbunden. Dabei wurde die Hahnentorburg als Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung bewußt in die Stadtplanung einbezogen und als Ausgangs- bzw. Endpunkt der Aachener Straße bewahrt. Die Richard-Wagner-Straße ist eine nach Westen gerichtete breite Ausfallstraße parallel zur Aachener Straße, die mit besseren bürgerlichen Wohnhäusern bebaut wurde. Die durchweg privaten Mietshäuser wurden mit dem starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der infolge der Industrialisierung der Rheinlande nach der Besitznahme durch die Preußen einsetzt.

Baugeschichtlich aussagefähig ist das 4geschossige, 3achsige Traufenhaus mit Seitenhaus auf L-förmigem Grundriß als Beispiel einer Bauweise mit Stilanklängen aus dem Formenrepertoire der Renaissance sowie als Typ des sog. Kölner Dreifensterhauses. Über dem rustizierten Erdgeschoß mit Souterrainwohnung und Toreinfahrt erhebt sich die durch Gurtgesimse, Sohlbankgesimse und Traufgesims gegliederte Fassade, die als plastische Komponente einen bis zum dritten Obergeschoß reichenden, an den Seiten abgeschrägten Mittelrisalit mit Balkonabschluß aufweist. Der obere Teil des Erdgeschosses weist rundbogige Fenster und Eingang auf; das oberste Geschoß rundbogige Zwillingsfenster. Die Fensterbrüstungen sind im obersten Geschoß - ebenso wie die Balkonbrüstung - mit Balustern besetzt, im übrigen durch einfache Spiegelfelder verziert. Das erste Obergeschoß weist Dreiecksverdachungen auf. Die abgeschrägten Eckkanten des Erkers schmücken Löwenkopfmasken mit Früchtedekor. Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und -höhe des Gebäudes.

Im Innern des Hauses sind an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: Steintreppe mtt gedrechseltem umlaufenden Geländer, Vortreppe mit seitlichem schmiedeeisernem Handlauf, Tür zur Souterraintreppe, 2flügelige verglaste Wohnungstürabschlüsse und Nebentüren zu den Anbaugeschossen (außer Nebentür zweites Obergeschoß), Zimmertüren, Stuckdecken im ersten Obergeschoß, sonst teilweise nur Kehlen und Leisten.

Städtebaulich bildet das Gebäude zusammen mit dem Haus Nr. 25 den Rest der ehem. Erstbebauung der Richard-Wagner-Straße in diesem Straßenbereich und dokumentiert deshalb die ursprüngliche Maßstäblichkeit und Gestaltung dieses Teils der Neustadt, der v. a. von repräsentativen Wohnbauten des mittleren Bürgertums geprägt war.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0