Wohn- u. Geschäftshaus
Merheimer Straße 332 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4650 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Merheimer Straße 332, 50733 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.06.1988 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Wohnhaus wurde 1905 erstellt. Baukünstlerisch ist das in 3 Achsen angelegte, 3-geschossige Wohn- und Geschäftshaus mit einem Giebelaufsatz, der am Ort üblichen traditionellen Bauweise treu. Obwohl das Erdgeschoß mit proportionsmäßigen Ladenfenstern verändert ist, sind die zarten Quaderungen die vorher den stark gebänderten unteren Bereich kennzeichneten, bis zum Giebelabschluß zu sehen und verleihen der Stuckfassade einen einheitlichen Verzierungsrhythmus. Die naturalistisch gezeichneten Blumenornamente an den Brüstungsfeldern des 2. Obergeschosses deuten schon auf die neue, durch Jugendstil beeinflußte Mode.
Während die Fenster ohne die traditionelle Rahmung, Verdachung und Bekrönung auskommen und besonders in der rechten Achse eine neuartige dreiteilige Form annehmen, ist die Hausnische mit einer Madonna und King-Gestalt der alten volkstümlichen Tradition des Hausaltars verpflichtet. Die wellenartige zarte Rahmung und Baldachin-Bekrönung der Statue im Werkstein bildet den optischen Blickfang der Fassade.
Im Hausinnern ist der Terrazzoboden im Foyer mit inkrustizierten Farbeinlagen verziert, die Wände mit ornamentierten Fliesen verkleidet. Die Terrazzotreppe ist durch Holzgeländer mit einem Antrittspfosten und gedrechselten Balken begleitet. Die Hinterfassade ist durch Farbklinkerleisten, die unter dem Fenster als Sohlbänke dienen, geschmückt. Einzelne Fenster im Treppenhaus und zur Hofseite sind noch in ursprünglicher Teilung und Durchführung erhalten geblieben.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Gebäude wichtig, weil es die Erstbebauung des nördlichen Vororts von Köln belegt. Das ehemalige Bauerndorf vor den Toren der Stadt, berühmt durch sein Korn, seinen Kappes und sein Bier, erlebte in der Mitte der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts den großen Durchbruch als günstiger Industriestandort, verkehrstechnisch erschlossen, mit billigem Bauland und ohne Beeinträchtigung durch vorhandene Bebauungspläne. Nach der Eingemeindung 1888 zog der Bau von neuen Straßen, Schulen, Abwasserkanälen und Wasserleitungen auch neue Investoren an. Die Bevölkerungsentwicklung in Nippes, die im Laufe des 19. Jahrhunderts stagnierte, hat sich im Laufe von zwanzig Jahren mehr als verdoppelt (1890: 16.210, 1900: 27.054, 1910: 41.162).
Die lange, nach Norden führende Ausfallachse der Merheimer Straße, neben der Neusser Straße eine der wichtigsten Verkehrsschneisen von Nippes, ist beidseitig bebaut mit Wohnanlagen für Bürger mit unterschiedlichen Ansprüchen an die architektonische und urbanistische Zielsetzungen an Bauten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0