ehem. Dorfschmiede

St.-Tönnis-Straße 27 · Worringen

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4652
Typ Gebäude-Denkmal
Bezeichnungehem. Dorfschmiede
Adresse St.-Tönnis-Straße 27, 50769 Köln
Baujahr1863
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.06.1988
Stadtteil Worringen

Über dem Toreingang ist ein Emblem angebracht, das auf die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes als Schmiede zusammen mit der Jahreszahl 1863 hinweist. Im Inneren ist die bauliche Originalsubstanz weitgehend entfernt worden.

Die Schmiede ist als eine der drei Dorfschmieden geschichtlich nachgewiesen. Sie wird im Heimatbuch von Toni Jägers, Eigenverlag, Köln 1985 auf Seite 96 in der Originalansicht gezeigt. Damals führte das Hoftor in der Mitte in den noch freien Innenhof. Nach dem Erbauer der Schmiede, dem WallKaspers führte der Schmette-Caspar die Schmiede, bis 1956 weiter, bis durch die Einführung der landwirtschaftlichen Maschinen dieses Gewerbe ausstarb.

Das schon in der Römerzeit besiedelte Worringen war ursprünglich Besitz der Grafen von Jülich, die die Vogtei 1151 an die Kölner Dompropstei verkauften. Von der wechselvollen Geschichte zeugen die - heute verschwundenen - zwei Burgen der Grafen von Jülich und des Erzbischofs von Köln, die lange Zeit sich um den Besitz des Dorfes stritten. In seiner Nähe fand 1286 die folgenreiche Schlacht statt. Auch die ursprüngliche Umwallung des Dorfes mit dem Frohnhof im Zentrum ist heute verschwunden. Neben einigen bemerkenswerten Objekten des 18. Jahrhunderts stammt die Mehrzahl der historischen Bauten aus dem 19. Jahrhundert, da mehrere Brände, die teilweise aus Fachwerk gefügten Häuser vernichteten. Ein Neubau im Dorfbereich ist auch das o. g. Objekt.

Die ehemalige Dorfschmiede bestand ursprünglich aus zwei eineinhalb-geschossigen giebelständigen Backsteinhäusern, die durch eine satteldachüberdeckte Toranlage verbunden waren. Das linke Gebäude war Werkstatt, das rechte Wohnhaus, dazwischen lag ein Innenhof. Die Erdgeschoßfenster wurden durch breite Schaufenster ersetzt, hinter denen heute ein durch das gesamte Grundstück laufender Geschäftsraum liegt. Das Fenster im Dachgeschoß wurde erneuert. Bemerkenswert sind die gleichartigen Backsteinornamente beider Giebelseiten, die derzeit durch unterschiedliche Bemalung stark betont werden.

Das Objekt dokumentiert in seiner Maßstäblichkeit innerhalb des weitgehenst original erhaltenen Kerns von Worringen die historische Ortssituation aus dem Ende des 19. Jahrhunderts.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0