Pfarrhaus

St.-Tönnis-Straße 33 · Worringen

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4613
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungPfarrhaus
Adresse St.-Tönnis-Straße 33, 50769 Köln
Baujahrum 1840
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 18.05.1988
Stadtteil Worringen

Das Pfarrhaus reproduziert als 5-achsiges, 2-geschossiges Gebäude mit schlichtem Satteldach den Typ des bäuerlichen Herrenhauses, wie ihm gegenüber zum Beispiel am Großhof und am Dickhof fast gleichartig zu sehen ist. Charakteristisch ist die Eingangstür in der Mittelachse, die als Zeichen eines besonderen Aufwandes wie auch die Fenster von einem Werksteinrahmen eingefaßt ist. Das Erdgeschoß liegt erheblich über dem Straßenniveau und ist über eine symmetrische Freitreppe erreichbar. Der große Keller sollte offensichtlich belüftbar und außerhalb der Hochwasserzone liegen.

Im Innern blieb nach einem Umbau in den 80er Jahren nur noch die originale Holztreppe mit dem Holzgeländer erhalten.

Das schon in der Römerzeit besiedelte Worringen war ursprünglich Besitz des Grafen von Jülich, der die Vogtei 1151 an die Kölner Domprobste verkaufte. Von der wechselvollen Geschichte zeugen die - heute verschwundenen - 2 Burgen der Grafen von Jülich und des Erzbischofs von Köln, die lange Zeit sich um den Besitz des Dorfes stritten, in dessen Nähe 1288 die folgenreiche Schlacht zwischen diesen Kontrahenten stattfand. Auch die ursprüngliche Umwallung des Dorfes mit dem Frohnhof im Zentrum ist heute verschwunden. Neben einigen bemerkenswerten Objekten des 18. Jahrhunderts stammt die Mehrzahl der historischen Bauten aus dem 19. Jahrhundert, da mehrere Brände die teilweise aus Fachwerk gefügten Häuser vernichteten.

Das Pfarrhaus wurde im Anschluß an die 1837 fertiggestellte neue Pfarrkirche St. Pankratius um 1840 errichtet, die neben der kleinen St.-Tönnis-Kapelle auf einem der Kirche geschenkten Grundstück gebaut wurde. Die St.-Tönnis-Kapelle, auf deren Platz das Pfarrhaus jetzt steht, war um 1813 abgerissen worden. Im Pfarrhaus wohnte Pastor Josef Elkemann (1805 - 1874), der laut Inschrift am Hause Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses und Mitbegründer des Zentrums gewesen ist. Der gleiche Pastor ist auch engstens mit dem weiteren Ausbau der Kirche vor allem des Turmes sowie der Ausschmückung des Innern verbunden.

Städtebaulich ist das Pfarrhaus zusammen mit der etwa gleichzeitig (1837) errichteten neoromanischen Kirche St. Pankratius und den gegenüberliegenden großen Höfen ein wesentlicher Bestandteil des Ortskerns von Worringen, zu dessen dörflicher Maßstäblichkeit das o. g. Gebäude beiträgt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0