Wohnhaus
Gereonswall 27 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4667 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Gereonswall 27, 50668 Köln |
| Baujahr | 1880 bis 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.07.1988 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Das Wohnhaus wurde zwischen 1880 - 1890 errichtet. Baukünstlerisch knüpft das schmale 4-geschossige traufständige Wohnhaus an die alte rheinische Bautradition des schmalen Dreifensterhauses an. An das ständig umgebaute Erdgeschoß mit Fensterladen-Einschnitten und destruiertem Doppelgesims ist eine relativ einfache Backsteinfassade mit drei Fensterachsen gesetzt. Die drei Brüstungsgesimse und die Sohlbankrahmung der Fenster sorgen für den waagerechten Ausgleich der hohen Fensterreihe. Die Sturzfelder der segmentbogigen Fenster sind mit Schlußsteinen und Kurzwölbungen aus farbig abgestuftem Klinker belegt. Die drei weißen Streifen an der unteren Kante der Fenster sind die einzigen Ornamentfelder der Fassade. Im Hausinneren sind die ursprüngliche steife Holztreppe mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer erhalten geblieben.
Ortsgeschichtlich ist das Bauobjekt wichtig, weil es die Erstbebauung des nördlich, unmittelbar an den alten Mauern liegenden Gebietes der Neustadt belegt. Der von J. Stübben und K. Henrici 1881 erstellte Erweiterungsplan von Köln erfaßte in seiner ersten Phase die alten Befestigungsanlagen der Stadt. An den Grenzen der ehemaligen Altstadt entstanden hier bei der neuen Bautätigkeit vor allem massenhafte Wohneinrichtungen für die Bevölkerung mit mittleren sozialen und kulturvollen Ansprüchen. Der direkt an die EigelsteintorBurg anknüpfende Gereonswall, der bis die topographisch klar ablesbare geradlinienartige Straßenflucht, von einigen relativ hohen, vier- bzw. fünfgeschossigen Wohnhäusern beidseitig bebaut.
Städtebaulich bezeugt das beschriebene Bauobjekt eine Umwandlung der Fassade und der Disposition des Hauses Nr. 23 und der noch erhaltenen Fassadenzeile aus der letzten Welle des Kölner Spätklassizismus. Die unterschiedlichen Fensterhöhen und abweichende Ziehung der Brüstungsgesimse, sowie die Umgestaltung der Dachlandschaft z. B. an dem benachbarten Haus Nr. 25 und an mehreren gegenüberliegenden Bauten, sorgen für ein abwechselungsreiches Straßenbild, das im Grunde die ganze Gegend der Wall-Wegführung auszeichnet.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0