Wohnhaus
Schützenhofstraße 7 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4743 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Schützenhofstraße 7, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.11.1988 |
| Stadtteil | Mülheim |
Erbaut um 1905, 4-achsiges Mietwohnhaus (die beiden Mittelachsen zusammengerückt), Stuckfassade. Im 1. und 2. Obergeschoß über Fenstern konsolgestütze Gesimse, durchlaufende Geschoßgesimse; Fenster erneuert, Haustüre original.
Terrazzotreppenhaus mit Eisengeländer im Hinterhaus; Eingangsbereich mit Terrazzoboden und Mosaikornamenten. Originale Wohnungstüren.
Das o. g. Gebäude ist eines dieser fast gleichartigen 4-geschossigen Objekte, deren Putzfassaden durch schlichte, aber ausgewogene Stuckverzierungen strukturiert werden. Wie bei den Häusern 5, 9 und 11 werden auch hier die vier Fenster der Front durch das Zusammenrücken der mittleren Achsen in eine spannungsvolle Rhythmik gebracht, die durch die gestelzten Gesimse im 1. und 2. OG noch betont wird. Die Geschoßgesimse laufen fast bei allen Häusern dieser Straße in gleicher Höhe durch - eine für Köln ungewöhnliche Vereinheitlichung des Straßenraumes, der für eine großräumige Planung, evtl. durch die Werksarchitekten der Fa. Felten & Guilleaume, spricht. Die Fenster wurden erneuert, die Haustüre ist derzeit (März 1988) noch größtenteils original, jedoch beschädigt.
Auch im Grundriß gleichen sich die Objekte weitgehend, wobei die Erschließung durch ein im Hinterhaus gelegenes Treppenhaus charakteristisch ist. Es weist originale Terrazzostufen und Eisengeländer auf. Dekorativ ist auch der originale Terrazzofußboden mit Mosaikeinlagen im Eingangsbereich. Hier blieben auch die Wohnungstüren erhalten.
Das Haus Schützenhofstr. 7 ist bedeutend für die Geschichte des Stadtteils Mülheim, der 1914 in die Stadt Köln eingemeindet wurde. Die ehemalige Kreishauptstadt eines nord-östlich Kölns gelegenen Landkreises wurde bereits 1098 urkundlich erwähnt und stieg unter den Bergischen Grafen bald zu einer sogenannten "Freiheit" auf. Die weitere Entwicklung, insbesondere die Umwallung, wurde von der Freien Reichsstadt Köln teilweise gewaltsam verhindert. Deshalb gewann Mülheim erst im 18. Jahrhundert aufgrund der freieren Religionsausübung im Bergischen einige Bedeutung, als die Seidenfabrikation unter der Familie Andreae sich entwickelte und Kölner Kaufleute in das Stadtgebiet zogen. Im 19. Jahrhundert siedelten sich gefördert durch den Bau von Eisenbahnen und Straßen, weitere bedeutende Industrieunternehmen hier an, so daß das kleinmaßstäbliche Straßengeviert der Altstadt sich schnell zu weitreichenden, gründerzeitlichen Vorstadtbereichen ausdehnte. Die Schützenhofstraße liegt in der nördlichen Vorstadt in der Nähe des umfangreichen Fabrikgeländes der Firma Felten & Guilleaume. Sie ist eine Ende des 19. Jahrhunderts erschlossene kurze Wohnstraße, die relativ gleichzeitig und gleichförmig mit Mietswohnbauten für die arbeitende Bevölkerung Mülheims besetzt wurde.
Die überaus einheitliche und glücklicherweise vollständig erhaltene Bebauung der Schützenhofstraße ist ein schützenswertes Ensemble, das die Wohnsituation der Arbeitsbevölkerung Ende des Jahrhunderts dokumentiert. Die verständnisvolle Sanierung in den Jahren 1987/88 und 89 des gesamten Straßenzuges trägt dieser Bedeutung weitgehend Rechnung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0