Siedlung "Göttersiedlung"
Wodanstraße 17 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4837 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Wodanstraße 17, 51107 Köln |
| Baujahr | um 1922 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.02.1989 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
Erbaut um 1922; Teil der "Göttersiedlung"; 1 bis 2 Geschosse, Putz/ Stuckfassade mit bergisch-barocken Stilelementen, Mansarddach mit Gaupen, arkadenartiger Eingang mit stuckierter Bossierung, originale Haustüren, Schlagläden und Eisengitter an den Eingängen. Fenster erneuert, rückwärtige Fassade verändert.
Innentüren teilweise original.
Bestandteil des Denkmals ist auch der Garten.
Der Doppelort, der heute noch durch eine Autobahntrasse, etwa auf der alten Grenze zwischen der Bürgermeisterei Merheim und der Bürgermeisterei Heumar (Amt Porz), getrennt wird, wurde erst 1975 gebildet. Das nördlich gelegene Rath, um eine mittelalterliche Wasserburg sich gruppierend, gehörte zum Kirchspiel Merheim, während Heumar eine eigene Kirche, wohl ehemals Eigenkirche des Durchhäuser-Hofes, besaß.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Dorf um die Burg und die großen Höfe außerordentlich weiträumig entlang der Rösrather Straße, der Forststraße und der Eiler Straße, es blieben jedoch größere Waldgebiete um das Schloß Röttgen und auf der Hochterrasse, dem Königsforst, erhalten. Hier finden sich auch noch vorchristliche Hügelgräber, die von früher Besiedlung dieses am Rande des rhein. Urstromtals gelegenen Gebietes zeugen.
Wahrscheinlich waren diese Gräber eine der Gründe für die Benennung der Göttersiedlung nach germanischen Götternamen in den 20er und 30er Jahren dieses Jahrhunderts. Die Wodanstraße 17-19 ist als Doppelhaus eines von mehreren gleichartigen Wohnbauten der Göttersiedlung, die etwa ab 1922 erbaut wurden. Im Stil recht konservativ gehalten, verbindet das Gebäude mit hohem Mansarddach Formelemente des Barock- wie das Mansarddach mit seinen je zwei überwölbten Dachgauben mit Volutenabschluß – mit Gestaltungselementen der 20er Jahre.
Das Haus Wodanstr. 17 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Angestellte und Beamte der Stadt Köln von verschiedenen Architekten durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln.
Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten Flächen - hier der original eingefriedete Vorgarten und der rückwärtige Garten.
Dank seines im wesentlichen unveränderten Erscheinungsbildes trägt das o. g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0