Siedlung "Göttersiedlung"

Wodanstraße 21 · Rath/Heumar

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7221
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Göttersiedlung"
Adresse Wodanstraße 21, 51107 Köln
Baujahr1926
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.09.1994
Stadtteil Rath/Heumar

1926 erbaut; Architekten: Pasmann & Bonn; Teil der "Göttersiedlung"; Doppelhaushälfte; 2 Geschosse, Walmdach, straßenseitig 1 rundbogige Gaube; 2 Achsen; Putzfassade mit Stuckgliederungen (Stockgesims, Haustürrahmung); Fenster erneuert, ehemals Klappläden, im EG originale Fenstergitter; Haustür erneuert, Außentreppe mit originaler Brüstungsmauer. Rückseite: Putzfassade, Fenster erneuert, eingeschossiger Altan, Terrasse. Im Inneren original erhalten: Holztreppe, Türzargen, großenteils Steinholzböden. Vorgarten mit originaler straßenseitiger Einfriedung (Zaun erneuert) und rückwärtiger zum Haustyp gehöriger Garten. Nicht Bestandteil des Denkmals ist die neuere seitliche Garage.

Das Haus Wodanstr. 21 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Das Doppelhaus Wodanstr. 21/23 ist insofern hervorzuheben, als es in dieser Prägung sonst nur durch das gegenüberliegende Doppelhaus Nr. 12/14 vertreten wird. Es ist der Bauform nach am zweigeschossigen Typ mit Walmdach orientiert, weist aber im Detail auch Merkmale des Typs barocker Gestaltung auf (z. B. rundbogige Gaube, stuckierte Türrahmung). Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus des Hauses als wesentliche Bestandteile auch die begrünten Flächen, der Vorgarten - hier mit seiner abgesehen vom Zaun original erhaltenen Einfriedung - und der rückwärtige Garten, der ursprünglich der eigenen Zusatzversorgung der Hausbewohner diente. Das o. g. Objekt trägt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0