Wohnhaus
Marienstraße 64 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_5266 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Marienstraße 64, 50825 Köln |
| Baujahr | um 1894 bis 1896 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.09.1989 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menbschen in Köln-Ehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus als erster linksrheinischer Vorort (unter Mitwirkung von Stadtbaumeister Weyer), da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze kanpp wurden. Durch industrielle Ansiedlungen gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig bis zur Eingliedrung nach Köln Ende des 19. Jh. die Stadtrechte. Das Haus ist ein geschichtliches Dokument städtischer Erstbebauung nach der Eingemeindung Ehrenfelds. Die Marienstraße liegt im Bereich ehemaliger Industrieansiedlungen.
Das Doppelhaus Nr. 66 und Nr. 64 ist um die Mittelachse symmetrisch. Beide Häuser haben drei Achsen und sind dreigeschossig, wobei das untere Geschoß als - wahrscheinlich ehemals gewerblich genutztes - Souterrain angesehen werden muß. Diese niedrigen Geschosse waren derzeit für Schuster oder sonstige Handwerker oder als Billigstwohnungen in Gebrauch. Die beiden Häuser sind daher Dokumente einer seit längerem überholten Bauform, die nicht zuletzt wegen der geänderten Bestimmung aufgegeben werden mußte. Das Souterrain ist als verputzter Sockel ausgebildet, während Hochparterre und 1. OG zweifarbige Backsteinfassaden aufweisen. Die Ornamentik ist einfach und entspricht dem Miethausbau für einfachste Ansprüche. Die Haustüren sind original (Nr. 66 von außen verkleidet). Die Fenster sind bei Haus Nr. 66 original, bei Nr. 64 wurden sie erneuert. Die Mansarddächer mit je drei Dachgauben sind voll ausgebaut. Im Innern erreicht man das Hochparterre über eine kurze Steintreppe, der dann die eigentliche Haustreppe in Holz folgt. Terrazzoboden. Das Haus Nr. 66 besitzt noch die originalen Wohnungs- und Zimmertüren. Städtebaulich sind die Gebäude unverzichtbare Teile dieses original erhaltenen Straßenraums aus der Jahrhundertwende. Sie sind innerhalb dieses Ensembles seltene und aufschlußreiche Dokumente des Wohnens und Arbeitens in der Gründerzeit.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0