Wohnhaus

Burgmauer 1 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6046
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Burgmauer 1, 50667 Köln
Baujahr1913
Architekt / PlanungBernhard Hertel
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 07.05.1991
Stadtteil Altstadt/Nord

1913 inschr. datiert; Architekt Bernhard Hertel. Seit Kriegszerstörung des Nachbargebäudes freistehender Bau.2 Geschosse, 5 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit zweigeschossigem und dreiachsigem Giebelhaus mit Segmentgiebelabschluß. Neoklassizistische Werksteinfassade mit farblich abgesetztem Sockel an der Vorderfront, Madonnenrelief links vom Eingang. Fenster und Haustür verändert. Seitenfassaden verputzt, mit Werksteineinfassung zur Straßenseite und Traufgesims in Werkstein. An der linken Seitenfassade Petrusfigur auf Sockel unter neuerem Baldachin (Figur: Abguß vom Petrusportal des Doms). An der rechten Seitenfassade in den 50er Jahren ergänzter Seiteneingang mit Freitreppe und Podest. Rückseite: verputzt; Fenster verändert, mit neueren Gittern; Werksteinsohlbänke. Im Innern erhaltenswert: im Vestibül schwarzweißer Marmorboden sowie Marmortreppe; Marmorboden und -stufen zur Gartentür; Holztreppe mit Holzgeländer und Antrittspfosten; in den Räumen des EG zum großen Teil die Parkettböden und Fußleisten. Garten.

Um 1910, als sich die von Josef Stübben geplante und ab 1881 ausgeführte Stadterweiterung von Köln ihrem Abschluß näherte, galt es, auch dem Kernbereich der Altstadt ein der Neustadt ebenbürtiges weltstädtisches Erscheinungsbild zu verleihen. Man schuf breit angelegte Geschäfts- und Verkehrs- achsen. Auch im Bereich von Dom und Hauptbahnhof wandelte sich das Bild. Zu der in der Nachbarschaft der repräsentativen Großbauten errichteten Bebauung gehört das nach Entwürfen des damaligen Kölner Dombaumeisters Bernhard Hertel erbaute Haus Burgmauer 1, in dem sich ehemals die Dompropstei befand. Es präsentiert sich in dem für die damalige Zeit typischen neoklassizistischen Architekturstil, dem durch die Wahl der Fassadenverkleidung (Werkstein an der Vorderfront), durch das hohe Giebelhaus und die vertikalen, an antike Säulenstellungen erinnernden Gliederungen mit bekrönendem Traufgesims ein beinahe monumentaler Anspruch verliehen wurde. Dieses vornehme Erscheinungsbild, das auch das 1958 veränderte Innere des Gebäudes prägte, ist heute noch in Einzelheiten, etwa im Vestibül, faßbar. Das markante Gebäude wird somit zu einem unverzichtbaren Dokument der kurz vor dem Ersten Weltkrieg errichteten gehobeneren Kölner Altstadtbebauung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0