Büro- und Geschäftshaus
Kaiser-Wilhelm-Ring 22 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6054 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Büro- und Geschäftshaus |
| Adresse | Kaiser-Wilhelm-Ring 22, 50672 Köln |
| Baujahr | 1957 |
| Architekt / Planung | Toni Schunk |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.06.1991 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
1957 erbaut; Architekt Toni Schunk. 7 Geschosse und ein Staffelgeschoß mit Vordach und Balkon. Die Fassade seitlich abschließende Klinkerbänder mit eingehängten Fenster- und Brüstungsbändern. Weitgehend verglaster Ladenbereich im EG und 1. OG, 1. OG außerdem erkerartig leicht vorkragend.
Brüstungsbänder (2. - 7. OG) mit Längshölzern (Teak) verkleidet (diese auch unter dem vorkragenden 1. OG); Fensterzonen mit hochrechteckigen zurückgesetzten und querrechtekkigen vorgeschobenen Fenstern im Wechsel.
Fenster original. Mittiger Eingangsbereich ("Passage") mit originalem Werksteinboden. Rückseite: verputzt, mit fassadenbreiten Balkonen; Fenster und Balkontüren weitgehend original. Im Innern erhaltenswert: Treppe in Werkstein, mit farblich abgesetzten Stoßtritten und Sockel; Geländer mit Eisenstäben und Mipolamhandlauf.
Nicht zum Denkmal gehören: rückwärtiger Anbau (Erweiterung des Ladenbereichs) sowie daran anschließendes Gebäude zur Von-Werth-Straße).
In der von Joseph Stübben geplanten und ab 1881 ausgeführten Stadterweiterung von Köln, der Neustadt, spielte die Ringstraße von Anfang an als repräsentatives Wohn- und Geschäftsviertel eine herausragende Rolle.
Diesen Stellenwert behielt sie auch, als sich in der Nachkriegszeit der zentrale Bereich, zwischen Hohenstaufen- und Kaiser-Wilhelm-Ring, mehr und mehr zu einer Büro- und Geschäftsstraße wandelte. Das o. g. Objekt ist ein wichtiger integraler Bestandteil dieses Straßenabschnittes. Es gehört zu einer ab den späten 40er- und bis in die späten 50er Jahre errichteten Häuserreihe (Nr. 10, 14 - 16, 22 - 26, 30 - 34, 40), die das Erscheinungsbild des Kaiser-Wilhelm-Rings wesentlich prägt. Von dem vorwiegend auf seine Gesamtwirkung abzielenden Komplex hebt es sich durch seine extravagante Fassadengliederung ab, die in Köln nur wenig Vergleichbares kennt. Hier ist keine Architektur, die sich aus der Konstruktion ergibt, sondern reines Gestalten, hinter dem das Stützensystem gänzlich zurücktritt, beinahe unsichtbar wird. Die gleichsam auf dem durchglasten Ladenbereich schwebende und somit Leichtigkeit suggerierende Fassade wird zusätzlich belebt und durchstrukturiert durch das rhythmische Wechselspiel von Vor- und Rücksprüngen im Fensterbereich, welches sich in den vor- und zurückgesetzten Geschossen und in der Verlattung der Brüstungsbänder fortsetzt. Der Architekt Toni Schunk entwarf ein Gebäude von hoher baukünstlerischer Qualität, das mit seiner bewegten Oberflächenstruktur und vor allem durch die Verwendung von Holz deutliche Anlehnungen an die skandinavische Architektur - etwa an den Stil Alvar Aaltos - verrät. Das o. g. Objekt wird somit auch in dieser Hinsicht zu einem unverzichtbaren Dokument der für Köln so wichtigen Bauepoche der 50er Jahre.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0