Wohn- u. Geschäftshaus

Gladbacher Straße 23 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6061
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Gladbacher Straße 23, 50672 Köln
Baujahr1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 04.06.1991
Stadtteil Neustadt/Nord

1904 erbaut; 5 Geschosse, Giebelgeschoß, Giebel (ursprünglich geschweift) mit vorgezogenem Dach und geschnitztem Sprengwerk, 4 Achsen, Erker (im 2. u. 3. OG über rechteckigem, im 4. OG über trapezförmigem Grundriß), Putz- und Backsteinfassade mit Stuckgliederungen im Stil des Historismus, EG verändert. Haustür original, Fenster weitestgehend original. Im Innern original erhalten: im Flur mehrfarbige Marmor- und Stuckmarmorverkleidung bis zur halben Wandhöhe, Wand- und Deckenstuck, stuckierter Stützbogen, verblendeter Briefkasten, schwarzgerahmter Terrazzoboden mit Mosaikkante, Marmortreppe (EG-1. OG), ab 1. OG Terrazzotreppe, schmiedeeisernes Geländer mit Holzhandlauf, profilierte Holzleiste in halber Höhe, auf den Treppenpodesten und Etagen ornamentierter Terrazzoboden mit Mosaikkante (1. u. 2. OG, danach ohne Ornamentik), Wohnungseingangstüranlage (4. OG), in den Wohnungen zahlreiche aufwendig profilierte Zimmertüren mit Laibungen und z. T. Beschlägen (im 2. u. 3. OG auch Schiebetüren mit Verglasung), Parkettböden, Terrazzoböden (3. u. 4. OG), vermutlich auch Linoleumböden (2. u. 3. OG), in allen Wohnungen üppiger und variationsreicher Deckenstuck, Hohlkehlendecken, im 1. OG im rückwärtigen Teil des Wohnzimmers Deckenmalerei (abstrahierte florale Motive und dezente Vergoldungen) kombiniert mit Stuckdekor, dort auch hoher aufwendig dekorierter Kachelofen, Wandfliesen (3. u. 4. OG), hohe profilierte Fußleisten. Rückseite: gelbe Backsteinfassade (z. T. verputzt), seitlicher Anbau über verwinkeltem Grundriß, Fenster und schmiedeeiserne Balkonbrüstungen original, Dachterrasse. Nicht zum Denkmal gehört: Schuppen im Hof.

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutende Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Die Gladbacher Straße - einst Ausfallstraße und vor der Stadterweiterung Teil der Subbelrather Straße - begrenzt das sog. "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. In dem trotz erheblicher Kriegszerstörungen noch in weiten Bereichen erhaltenen Straßenzug Gladbacher Straße (Nr. 13-41, Nr. 30-50) trägt das Haus mit bei zu dem baugeschichtlichen und städtebaulichen Verständnis der Gesamtplanung Neustadt sowie dem dieses Straßenzuges. Die linke Häuserreihe der Gladbacher Straße fügt sich desweiteren mit der Altbebauung der Spichern- und Gilbachstraße zum geschlossensten Denkmalensemble im "Westend" - Viertel der Neustadt. In seiner aufwendigen Fassadengestaltung mit Stuckdekor, einem mehrgeschossigen Mittelerker sowie variationsreichen Fensterformen ist das Haus Nr. 23 eines der repräsentativsten Gebäude dieser Straße. Einen besonderen Akzent an demn ursprünglich geschweiften Giebel bildet das geschnitzte Sprengwerk, welches dem Haus eine Spur von Landhauscharakter verleiht. Ungewöhnlich reich ist auch die Innenausstattung des Hauses. Das Vestibül ist mit Marmor verkleidet und üppige Stuckdecken mit unterschiedlichen Motiven haben sich vom 1.-4. OG erhalten können. Künstlerisch besonders wertvoll - weil auch nur selten erhalten - ist eine Deckenmalerei mit floralen Motiven in zarten Pastelltönen im 1. OG. Das Gebäudeäußere wie auch die Gestaltung und Größe der Wohnungen, die sich über das Vorder- und Hinterhaus erstrecken, spiegeln somit den Wohlstand und das Repräsentationsbedürfnis der Bewohnerschaft um die Jahrhundertwende in der Kölner Neustadt wider.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0