Wohn- u. Geschäftshaus
Gladbacher Straße 21 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4571 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Gladbacher Straße 21, 50672 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.04.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Wohn- und Geschäftshaus wurde um 1900 erbaut. Baukünstlerisch ist das 5-geschossige und durch ein besonderes Giebelgeschoß noch erweiterte Hochhaus der alten Kölnerischen Bautradition verpflichtet. In Unterschied zu den traditionellen Symmetriebauanlagen, die auch hier durch den starken Eisenvorsprung angedeutet sind, entfaltet jede Fensterachse seine eigenen Spielregeln der Gestaltung. Die höchsten und breitesten Fenster befinden sich nicht, wie üblich, in der mittleren, sondern in der rechten Achse. Die Harmonieverschiebung, die hier zum Hauptakzent der Gestaltung geworden ist, zeigt sich auch in der Anreihung der Ladenzoneneinrichtungen und des Hauseingangs im Erdgeschoß. Die plastische Bänderung, die durch Umgestaltung der Sockelzone teilweise zerstört ist, reichte bis zum 3. Geschoß, wobei die Rauhputzfassade der oberen Geschosse, besonders bei der Hervorhebung von Fensterrahmungen, einige sehr schöne Beispiele der kommenden Jugendstil-Ornamentik trägt. Die expressiven Abschrägungen der zwei Balkone der Giebelzone sind in diesem Sinn die Bekrönung der stilistisch stark geprägten Formzeichnung, die die ganze Fassade zeitgemäß charakterisiert.
Das Schmiedeeisengitter-Ornament der Hauseingansgtüren wiederholt sich in mehreren Abschnitten auch im Hausinneren. Das Foyer ist mit Marmoreinlagen und Mosaikfußboden aus der Erbauungszeit geschmückt. Die einfachen Rahmendecken sind durch kassetierte Wände mit Stuckornamenten begleitet. Der Terrazzoboden mit Mosaikkante ist dabei an den Zwischenpodesten durch Farbeinlagen angereichert; das schmiedeiserne umlaufende Geländer verschönt auch bei der Verzierung der hohen Wohnungseingangstüren mit Oberlicht. Die ganze Innenausstattung ist durch ein einheitliches stilistisches Konzept getragen und weist auf eine anspruchsvolle Erstbewohnerschaft hin.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt bedeutend, weil es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Kölner Neustadt belegt. Die Bebauung nach den von J. Stübben und K. Henrici 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Gereonswall und der preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher Bestimmung entstehen. Die alten Verkehrsschneisen aus und in die Altstadt, zu denen auch die nach Westen führende Gladbacher Straße zählte, waren in dieses neu entstandene System von Wohnstraßen eingebunden. Die Gladbacher Straße war, und ist, vorwiegend mit gemischten Wohn-, Betriebs- und Geschäftsanlagen besiedelt.
Städtebaulich bildet die fortlaufende Fassadenzeile von Gründerzeithäusern, angefangen von dem Haus Nr. 25 bis zur Ecke der Spichernstraße, eine stilistisch wirkungsvolle Front, die ein abwechslungsreiches Straßenbild vermittelt und die Erinnerung an die Stadtgeschichte um die Jahrhundertwende voll anschaulich und erlebbar macht.
An der gegenüberliegenden Hausfront zeichnet sich nur das Haus Nr. 30 durch ähnliche anspruchsvolle Ausdrucksformen aus.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0