Wohnhaus
Herkulesstraße 99 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6077 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Herkulesstraße 99, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.06.1991 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Um 1900 erbaut. 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit kleinem mittigen Giebelhaus und zwei Gauben. Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an die Renaissance, EG in Fugenschnitt. Fenster und Haustür verändert. Rückseite mit zwei großen Hinterhäusern: Backstein angestrichen; Fenster teilweise original. Im Innern original erhalten: Wand- und Deckenstuck (Profile) im Vestibül; Stuckrosette am Stützbogen; Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten; teilweise im Flur sowie im Treppenhaus Profilleiste auf etwa halber Wandhöhe; in den Wohnungen vereinzelt Reste von Deckenstuck.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Stadtteil Neuehrenfeld wurde ab der Jahrhundertwende als eine Art Stadterweiterung von Altehrenfeld aus erschlossen. Die Herkulesstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, erstreckt sich von der Inneren Kanal- bis zur Liebigstraße und gehört somit zu den am Randgebiet des Vororts erschlossenen Straßenzügen, die die Anbindung an die Eisenbahnstrekke schaffen. Das Gebäude stellt eins der wenigen qualitätvollen Zeugnisse der historischen Bebauung dar. Es bildet ein Ensemble mit dem beinahe fassadengleich gestalteten Haus Nr. 101. Die große Anzahl von Wohneinheiten - hier auch bedingt durch die ungewöhnliche Grundrißgestaltung, denn das Objekt weist ebenso wie das Nachbarhaus zwei große Hinterhäuser auf - und die Nähe zu den Industriestandorten belegen eine Erstbewohnerschaft mit geringeren Ansprüchen und weisen darüber hinaus auf den gesteigerten Bedarf an Mietraum in diesen Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs hin. Bei der Fassadendekoration deuten die sparsamen Stuckgliederungen und die leichte Betonung des ersten Obergeschosses, also der Beletage, darauf hin, daß man den Mietern eine gewisse Wohnqualität bieten wollte. Dies wird auch im Innern durch die sparsame Verwendung von Stuck deutlich gemacht. Das o. g. Gebäude wird somit zu einem unverzichtbaren Dokument für die im Randgebiet von Neuehrenfeld errichtete Bebauung der Jahrhundertwende.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0