Wohn- u. Geschäftshaus

Herkulesstraße 83 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7570
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Herkulesstraße 83, 50823 Köln
Baujahr1900 bis 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.08.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1900/05; Eckhaus zur Jennerstraße; 6:1:5 Achsen (abgeschrägte Ecke); 4 Geschosse, ausgebautes Satteldach (3. OG und Dach nachträglich verändert); Putzfassade mit reicher Stuckgliederung im Jugendstil; EG: strukturierte Putzoberfläche mit profilierten Lagerfugen (Sockelgeschoß); aufgeputzte Fensterrahmungen mit Keilsteinen (Konsolköpfe über dem Eckeingang/Zugang an der Herkulesstraße); 1./2. OG: durch Kolossalpilaster (profiliert, monumentale Masken als Kapitelle) zusammengefaßt; Wandfläche mit aufgeputzter Quaderstruktur (im Eckbereich betont); schlicht profilierte Fensterrahmungen (geschweifte Verdachungen im 2. OG) und konsolgestützte Sohlbänke; ornamentierte Brüstungsfelder; Horizontalgliederung durch Stockwerkgesims (EG) und (ursprünglichem) Traufgesims (profiliert und ornamentiert); OG-Fenster der Eckachse geschlossen (glatt verputzt); Fenster und Türen erneuert; abgehängte Decken (Oberlichter verblendet); Rückfront: backsteinsichtig (EG weiß gestrichen); 4 Achsen/Treppenhaus/1 Achse (vermauerte Fensteröffnungen) 3. OG neu aufgemauert; stichbogenförmige Fensteröffnungen (Fenster erneuert); links und rechts Kaminabzüge leicht vorgestuft. Innen original: Terrazzobelag auf den Podesten der Stockwerke; Treppengeländer (Metall mit Holzhandlauf) der Nachkriegszeit; Bestandteil des Denkmals ist auch die Hofmauer.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen.

Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße).

Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Der Stadtteil Neuehrenfeld wurde so ab der Jahrhundertwende als eine Art Stadterweiterung von Alt-Ehrenfeld erschlossen. Die Herkulesstraße, an der sich o. g. Objekt befindet, erstreckt sich von der Inneren Kanal- bis zur Liebigstraße und gehört somit zu den am Randgebiet des Vororts erschlossenen Straßenzügen, die die Anbindung an die Eisenbahnstrecke schaffen. Das Gebäude, das mit dem Nachbarhaus Nr. 85 und dem Haus Jennerstr. 4 ein Ensemble bildet, stellt in diesem randlichen Bereich von Neuehrenfeld eines der wenigen qualitätvollen Zeugnisse der historischen Bebauung dar. Bis auf die in jüngster Zeit erneuerten Fenster hat sich die reich gestaltete Stuckfassade weitgehend erhalten. Die markante Ecklage zeichnet das o. g. Objekt als straßenbildprägendes Gebäude aus, das den Straßenzug Herkulesstraße mit der Stichstraße "Jennerstraße" verklammert.

Das o. g. Gebäude ist sowohl in sozialgeschichtlicher als auch in architektonischer Hinsicht ein unverzichtbares Dokument für die im Randgebiet von Neuehrenfeld errichtete Bebauung der Jahrhundertwende.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0