Wohnhaus
Hacketäuerstraße 92 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6127 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Hacketäuerstraße 92, 51063 Köln |
| Baujahr | 1897 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.07.1991 |
| Stadtteil | Mülheim |
1897 erbaut; 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen, Stuckfassade mit Stilanklängen an die Renaissance, Haustür erneuert (Kämpfer und Oberlicht original), Fenster erneuert (Gliederung und Form verändert). Im Innern original erhalten: im Flur ornamentierter Terrazzoboden, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer, Wohnungseingangs- und Zimmertüren sowie Türen auf den Zwischenetagen. Rückseite: backsteinsichtig (Toilettenanbau verputzt), Fenster weitgehend erneuert (Gliederung und Form verändert).
In den 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts bemühte sich die Stadt Mülheim um eine Garnison, um damit sowohl das gesellschaftliche Ansehen der Stadt zu erweitern als auch wirtschaftliche Vorteile zu erwirken. Im Norden der Stadt wurde ein großes Grundstück für den Bau einer Kaserne zur Verfügung gestellt. Die Hacketäuerstraße, ehemals Kasernenstraße, bildete die östliche Begrenzung der Kaserne, welche jedoch städtebaulich ein Fremdkörper blieb und die Ausdehnung des nördlichen Stadtgebietes behinderte. Die Straße wird heute nach den "Hacketäuern", dem bekannten Infantrieregiment von Sparr Nr. 16 (3. Westfälisches) benannt, welches bereits 1813 aus ostpreußischen Reservebataillonen bei der Erhebung Preußens gegen die französische Fremdherrschaft entstanden war und 1897 in der Mülheimer Kaserne Quartier bezogen hatte. Die Hacketäuerstraße gehört zu dem Viertel an der Schützenhof-, Berliner- und Von-Sparr-Straße, dessen historischer Bautenbestand fast vollständig erhalten blieb und als ein umfangreiches Ensemble schmuckreicher viergeschossiger Mietstockwerkhäuser aus der Zeit um die Jahrhundertwende einen hohen Denkmalwert besitzt. Das Haus Nr. 92 bildet einen Teil des ersten Bauabschnitts der Hacketäuerstraße, in welchem die Häuser Nr. 88-94 einheitlich in Stil der Neurenaissance mit wechselnden rundbogigen und dreieckigen Fensterüberdachungen sowie Konsolgesimsen errichtet wurden. Bei obigem Objekt wie auch bei den Nachbarbauten (Nr. 88-90, 94) handelt es sich um die Haupt- und Spätform des Kölner Dreifensterhauses, während die nachfolgenden Häuser auf der rechten Seite bis auf wenige Ausnahmen aus der Zeit um 1905 stammen und die für den Jugendstil charakteristischen breit ausladenden Fassaden mit Ziergiebeln aufweisen. Als integraler Bestandteil der in ihrem historischen Gebäudebestand nahezu vollständig erhaltenen Hacketäuerstraße ist das Haus Nr. 92 somit ein unverzichtbares Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0