Wohn- u. Geschäftshaus
Hacketäuerstraße 94 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6176 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Hacketäuerstraße 94, 51063 Köln |
| Baujahr | 1897 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 26.08.1991 |
| Stadtteil | Mülheim |
1897 erbaut, Eckhaus zur Tiefentalstraße, 4 Geschosse, Mansarddach, 4:3 Achsen, abgeschrägte Ecke, Blendfenster, Stuckfassade im Stil der Renaissance. EG verändert, Haustür und Fenster erneuert.
Im Innern original erhalten: im Flur schwarz gerahmter Terrazzoboden mit Mosaikkante, Steintreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf, auf den Treppenpodesten und Etagen Terrazzoboden, vom 3. OG zum DG Holztreppe mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer.
Rückseite: backsteinsichtig, Fenster z. T. original.
Nicht zum Denkmal gehört: Anbauten im Hof.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts bemühte sich die Stadt Mülheim um eine Garnison, um damit sowohl das gesellschaftliche Ansehen der Stadt zu erweitern als auch wirtschaftliche Vorteile zu erwirken. Im Norden der Stadt wurde ein großes Grundstück für den Bau einer Kaserne zur Verfügung gestellt. Die Hacketäuerstraße, ehemals Kasernenstraße, bildete die östliche Begrenzung der Kaserne, welche jedoch städtebaulich ein Fremdkörper blieb und die Ausdehnung des nördlichen Stadtgebietes behinderte. Die Straße wird heute nach den "Hacketäuern", dem bekannten Infantrieregiment von Sparr Nr. 16 (2. Westfälisches) benannt, welches bereits 1813 aus ostpreußischen Reservebataillonen bei der Erhebung Preußens gegen die französische Fremdherrschaft entstanden war und 1897 in der Mülheimer Kaserne Quartier bezogen hatte. Die Hacketäuerstraße gehört zu dem Viertel an der Schützenhof-, Berliner- und Von-Sparr-Straße, dessen historischer Bautenbestand fast vollständig erhalten blieb und als ein umfangreiches Ensemble schmuckreicher viergeschossiger Mietstockwerkhäuser aus der Zeit um die Jahrhundertwende einen hohen Denkmalwert besitzt. Das Haus Nr. 94 gehört zum ersten Bauabschnitt der Hacketäuerstraße, in welchem die Häuser Nr. 88-94 einheitlich im Stil der Neurenaissance mit wechselnden rundbogigen und dreieckigen Fensterüberdachungen sowie Konsolgesimsen errichtet wurden. Die Häuser der späteren Ausbauphase um 1905 weisen im Gegensatz zu diesen meist 3achsigen Häusern die für den Jugendstil charakteristischen breit ausladenden Fassaden mit Ziergiebeln auf. Als Eckhaus zur Tiefentalstraße bildet es den nördlichen Abschluß und städtebaulich markanten Blickfang der in ihrem historischen Gebäudebestand nahezu vollständig erhaltenen Hacketäuerstraße und ist somit als unverzichtbares Dokument zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0