Wohn- u. Geschäftshaus
Hacketäuerstraße 54 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6128 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Hacketäuerstraße 54, 51063 Köln |
| Baujahr | 1899 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.07.1991 |
| Stadtteil | Mülheim |
1899 erbaut; 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, 4 Achsen, Stuckfassade mit Stilanklängen an Barock und Rokoko; EG und Dachzone verändert, Haustür erneuert, Fenster erneuert (Gliederung verändert), orig. schmiedeeisernes Brüstungsgitter, neues Tor. Im Innern original erhalten: kleiner Bereich ornamentierten Fliesenfußbodens (früher Teil des Flures, jetzt in Wohnung integriert), Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten, einige Zimmertüren, Dielenfußböden. Rückseite: backsteinsichtig, seitlicher Anbau, Hoftür und Fenster erneuert.
Nicht zum Denkmal gehören: an den Anbau anschließende Garagen.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts bemühte sich die Stadt Mülheim um eine Garnison, um damit sowohl das gesellschaftliche Ansehen der Stadt zu erweitern als auch wirtschaftliche Vorteile zu erwirken. Im Norden der Stadt wurde ein großes Grundstück für den Bau einer Kaserne zur Verfügung gestellt. Die Hacketäuerstraße, ehemals Kasernenstraße, bildete die östliche Begrenzung der Kaserne, welche jedoch städtebaulich ein Fremdkörper blieb und die Ausdehnung des nördlichen Stadtgebietes behinderte. Die Straße wird heute nach den "Hacketäuern", dem bekannten Infantrieregiment von Sparr Nr. 16 (3. Weltfälisches) benannt, welches bereits 1813 aus ostpreußischen Reservebataillonen bei der Erhebung Preußens gegen die französische Fremdherrschaft entstanden war und 1897 in der Mülheimer Kaserne Quartier bezogen hatte. Die Hacketäuerstraße gehört zu dem Viertel an der Schützenhof-, Berliner- und Von-Sparr-Straße, dessen historischer Bautenbestand fast vollständig erhalten blieb und als ein umfangreiches Ensemble schmuckreicher viergeschossiger Mietstockwerkhäuser aus der Zeit um die Jahrhundertwende einen hohen Denkmalwert besitzt. Das Haus Nr. 54 ist integraler und daher auch unverzichtbarer Bestandteil dieser Straße, die durch architektonisch verschiedenartige - teils serienmäßige, teils individuelle Bebauung mit historistischen und Jugendstilfassaden geprägt ist. Obiges Gebäude gehört zu vereinzelten Beispielen (Nr. 32), deren Schmuckformen aus dem Barock und Rokoko in freier Gestaltung entlehnt wurden. Gebäude dieser Art haben sich in Köln nur in geringer Anzahl erhalten, so daß dem Haus Hacketäuerstr. 54 neben seiner baukünstlerischen Bedeutung auch ein besonderer Seltenheitswert zukommt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0